Wanted – Comic VS Film

I am John Wayne in True Grit. Iam Charles Bronson in Death Wish. I am Clint Eastwood in all five Dirty Harry Flicks and all the best Spaghetti Westerns. I am Jean-Claude van Damme. I am Sly Stallone. I am Bruce Lee in Enter the Dragon and Chuck Norris in Way of the Dragon. I am Lee Marvin. I am Sean Connery. I am Arnold goddamn Schwarzenegger…
… and you my friend, are fucked.

Schaut man sich den Trailer zu Wanted an, erwartet man einen netten Action-Film mit coolen Effekten und Assassinen im Matrix-Style.
Trailer 1 und Trailer 2

Was genau sagt uns der Trailer?
Die Fraternity ist eine geheime Gruppe von Super-Assassinen, die anscheinend für eine gute Sache arbeiten (“Our purpose is to maintain stability in an unstable world”).
Wesley Gibson hat einen schlechten Job und führt ein langweiliges Leben, bis er erfährt, dass sein Vater nicht vor vielen Jahren, sondern erst am Tag zuvor gestorben ist und einer der größten Assassinen der Welt war. Er soll sich nun entscheiden, ob er das Werk seines Vaters fortsetzen, oder in seinem normalen Leben bleiben möchte (klassische “red pill – blue pill” – Situation).
Im Trailer sieht man, wie Fox (Angelina Jolie) ihn zu einem meisterhaften Schützen und Killer ausbildet.
Soweit, so gut.

Der Unterschied im Comic fängt damit an, dass Wesley (der aussieht wie Eminem) dort 24 und nicht, wie im Film, 25 ist. Gibt es dafür einen Grund?
Wesley führt ein schlechtes Leben: er hat einen Job, den er hasst, eine Freundin, die ihn mit seinem Freund betrügt, wird von den Typen auf der Straße verprügelt und hat nicht mal Rückrat genug, seine Freundin zu konfrontieren und sie auf ihre Affäre anzusprechen.
Dann tritt Fox (die mehr nach Halle Berry als nach Angelina Jolie aussieht) in einem Imbiss an ihn heran und bittet ihn, mit zu kommen. Um ihren Standpunkt deutlich zu machen, tötet sie wahllos alle Menschen in dem Diner. Im Auto erklärt sie, dass sie zu der Fraternity gehört, was ihr und allen anderen Mitgliedern erlaubt, ungestraft zu morden, zu rauben und zu vergewaltigen, was auch exzessiv ausgenutzt wird.
Sie eröffnet ihm, sie und auch Wesleys Vater gehören zu einer Gruppe von Super-Bösewichten (Super-Villain oder hier auch oft nur : Super-Fuck 🙂 ), die seit 1986 die Welt beherrschen.
1986 haben sie gemeinsam alle Superhelden (Batman, Superman, etc.) umgebracht, die Erinnerung an die Zeit ausgelöscht (die Maschine dazu steht im World Trade Center) und die Welt unter sich aufgeteilt. 5 Kontinente, 5 Super-Schurken.

I’m the scariest super-fuck who ever walked the earth…

“The Professor” erklärt Wesley, er würde das Vermögen seines Vaters erben, wenn er sich als würdig erweist. Dazu muss er 6 Monate lang in dessen Fußstapfen treten.
Sein Talent muss er beweisen, indem er 6 Fliegen mit einer Pistole die Flügel abschießen soll.
Nächster Punkt: Auf der Arbeit mal den Frust ablassen und alle beschimpfen, um die Hemmungen zu verlieren.
Dann: Schusstraining an Leichen. Gefolgt vom Schlachten und Zerlegen von 12.000 Tieren auf einem Schlachthof. Abgerundet wird das Training, indem er sich drei Wochen lang, an einen Stuhl gefesselt, von einem Typen verprügeln lässt, um ihm zum Höhepunkt des Trainings mit einem Stuhlbein den Schädel zu durchbohren.

If I was chocolate, I swear I’d eat myself right now.

Ihr seht schon, der Comic ist brutaler (und das Wort “Fuck” wird hier in jeder nur erdenklichen Weise eingesetzt), als es im Kino jemals erlaubt werden würde. Doch das ist ja erst der Anfang.
Zu den weiteren Lektionen gehört noch das wahllose Töten beliebiger Passanten, das Vergewaltigen und Töten von Celebrities und anschließende Rache an allen Personen, die Wesley jemals in seinem Leben gedemütigt haben.
Von da an geht es so weiter: kann Wesley nachts nicht schlafen, besucht er halt ein Polizeirevier und tötet sämtliche Polizisten. So lange er zur Bruderschaft gehört, kann ihm ja nichts passieren.
Zwischendurch erledigt er noch seinen Job, i.e. andere Dimensionen besuchen und dort ebenfalls die Superhelden töten.
Manche der Superschurken waren nicht zufrieden mit dem Kontinent, der ihnen zugeteilt wurde (und der Regel, relativ versteckt zu leben und nur im kleinen Stil zu töten), weshalb es zur offenen Auseinandersetzung kommt, in deren Verlauf die “bösen” Superschurken alle Anhänger des Professors töten, woraufhin Wesley mit Fox alle “bösen” Superschurken vernichten. Zum Schluss offenbart Daddy (ja, er war doch nicht tot), dass dies alles mehr oder weniger nur ein Test war.

Wanted zeigt eine Welt, in der nicht die Superhelden, sondern die Superschurken ausnahmsweise mal das Sagen haben.
Sowohl Superhelden, als auch Superschurken orientieren sich nahezu vollständig an bestehenden Comics. So ist Fox (Catwoman) die ehemalige Feundin von “The Detective” also Batman. Statt des Riddler gibt es hier den Puzzler, der ehemals größte Feind des Professors sitzt im Rollstuhl (Cristopher Reeve / Superman) und der Professor hat als Andenken dessen roten Umhang aufbewahrt. Zu Beginn läuft “The Killer” (Wesleys Vater) an einer Wand entlang und trägt dabei Schuhe, die eigentlich Spider-Man (Dark Spider-Man) gehören. Allgemein besteht die Gang vom Professor aus Widersachern Supermans und die seines Gegenspielers (der “bösen” Schurken) aus Widersachern Batmans.
Der Film handelt einfach nur von einer Gruppe Assassinen, die anscheinend auch noch Gutes im Schilde führen, hat bis auf die Namen also kaum etwas mit den Comics zu tun. Man hätte ja wenigstens Personen/Schauspieler nehmen können, die auf die Rollen passen (die J.G. Jones offensichtlich als Vorlage genommen hat).
Trotz allem erwarte ich einen action-geladenen Film und ganz ehrlich: eine richtige Verfilmung der Story würde es niemals ins Kino schaffen.

David

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