Rachel Getting Married

Rachel Getting Married

Rachel Getting Married ist ein eher ungewöhnliches Drama. Es fängt schon mit dem unspektakulärsten, langweiligsten Vorspann an, den ich je gesehen habe. Und dann geht es weiter, ohne das viel passiert, sehr ruhig, das einzige, was diese Ruhe stört, ist die ständig wackelnde Handkamera.
Doch wenn man dem Film ein bisschen Zeit gibt, entdeckt man eines der emotionalsten und authentischsten Dramen, das ich je gesehen habe.

Kym (grandios und zu Recht dafür Oscar-nominiert: Anne Hathaway) verlässt ihre 9-monatige Rehab, um der Hochzeit ihrer Schwester Rachel beizuwohnen. Durch die Drogenprobleme stand Kym immer im Mittelpunkt, was zu Problemen mit ihrer Schwester Rachel führt, da alle natürlich wegen ihr und ihrer Hochzeit im Elternhaus sind.
Das ganze eskaliert, als der frühe Tod des kleinen Bruders der beiden wieder zur Sprache kommt, an dem Kym teilweise Schuld war, da sie drogenabhängig war.
Der Film schildert die Tage vor der Hochzeit mit den Vorbereitungen und dem Kennenlernen der ganzen Familienmitglieder und Sidneys Familie, Rachels Ehemann in spe. Den Klimax erreicht das Drama, als Kym ihre Mutter zur Rede stellt, wie sie sie nur mit ihrem kleinen Bruder alleine lassen konnte, obwohl sie von der Drogenabhängigkeit wusste.
Der Film endet am Morgen nach der Hochzeit.
Zur Handlung kann man nicht mehr viel sagen. Regisseur Jonathan Demme (The Manchurian Candidate, Philadelphia, The silence of the Lambs) konzentriert sich auf die Emotionen der Darsteller und der möglichst authentischen Darstellung der Höhen und Tiefen in diesen wenigen Tagen.
Nicht zuletzt durch die Kameraführung hat man den Eindruck, mitten in dem Geschehen zu sein.

Anne Hathaway wurde für ihre herausstechende Performance mit zahlreichen Preisen belohnt und war für den Oscar als beste Hauptdarstellerin nominiert.
Drehbuchautorin Jenny Lumet ist übrigens die Tochter von Regisseur Sidney Lumet (Before the Devil knows you’re dead, Family Business, Gloria).

Rachel Getting Married ist sicherlich kein leichter Film und nichts, ich habe auch noch nicht oft so viele Leute eine Sneak vorzeitig verlassen gesehen, aber meiner Meinung nach wird man mit einem fantastischen Drama belohnt, wenn man es bis zum Schluss aushält, das seinesgleichen sucht.

David

5 Comments

  1. Das Ende belohnt einen in sofern, dass man den Film endlich erhobenen Hauptes verlassen kann.^^

  2. Ist keine leichte Kost aber wenn man ein gutes, authentisches Drama zu schätzen weiß, gefällt einem der Film.
    Ich hab auch so Tage, an denen ich einfach nur einen blöden Actionfilm in der Sneak sehen möchte und nochmal werde ich mir den hier bestimmt nicht ansehen, trotzdem war er ziemlich gut gemacht, das kann man eigentlich nicht leugnen.
    Nichts in dem Film wirkt gestellt, das könnte ein echtes Familienvideo sein, ich finde, das ist eine außerordentliche Leistung.

  3. Den eigentlichen Film fand ich ja gut, aber das Ding bekommt einen kräftigen Punktabzug wegen Motion Sickness. Stilmittel hin oder her, aber wenn dem Publikum von der Wackelkamera schlecht wird (und da war ich nicht die einzige) dann war’s zu viel.

  4. Musste mich auch dran gewöhnen, aber in einem großen Kino in der letzten Rehe geht es 🙂

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