Lesemonat Januar

Mehr lesen, mehr schreiben, mehr bloggen. 2016 ist das Jahr des “mehr”. Vielleicht fahre ich sogar mal ans Meer? Wer weiß, was das Jahr noch so bringt. Aber genug der Kalauer, es ist zwar fast Karneval, aber das hat ja hier nichts verloren.

Mein Ziel mit dieser Reihe ist es, mich zum Lesen zu motivieren und gleichzeitig etwas mehr über Gelesenes zu reflektieren. Momentan halte ich zwar alles bei Goodreads fest, aber das ist ja nur eine reine Chronik und viele sind dort gar nicht angemeldet. “Geklaut” habe ich die Idee diese Artikelreihe übrigens bei Maja, schaut ruhig auch mal bei ihr vorbei.

2015 endete damit, dass meine geliebte Lustiges-Taschenbuch-App still und heimlich eingestellt wurde. Immer wieder kamen die Ausgaben zu spät, immer wieder hab ich nachgefragt und keine Antwort bekommen. Community-management, Social Media und Kundenbetreuung kann der Egmont Ehapa Verlag leider gar nicht. Mehrmals per Mail, mehrmals auf Facebook, auf Twitter, in den Bewertungen bei iTunes – es gab einfach nie eine Reaktion. Die letzte Ausgabe des Lustigen Taschenbuchs kam dann einfach gar nicht mehr in der App. Na toll, dachte ich mir. Dafür kann man sie jetzt in iBooks kaufen, immerhin ein schwacher Trost. Ob alle meine alten Ausgaben weiterhin im Archiv und runterladbar sind, steht in den Sternen, vermutlich ist alles weg, wenn die App endgültig eingestampft wird. Alles in iBooks neu kaufen werde ich sicherlich nicht. Wie dem auch sei, das hat dazu geführt, dass ich diesen Monat 2 Ausgaben LTB gelesen habe.

rod_junkins_art_of_creative_thinkingRod Judkins – The Art of Creative Thinking
281 Seiten
Ratgeber/Lebenshilfe/Inspiration

Ich kann gar nicht sagen, warum ich dieses Buch mitgenommen habe, aber der Titel und das Cover (ich hab eine andere Ausgabe) sprach mich einfach an. Über den Autor: “Rod Judkins is an accomplished lecturer at Central St Martin’s, one of the world’s pre-eminent art schools whose alumni – ranging from artists like Lucien Freud, Gilbert & George and Antony Gormley through to the designers Stella McCartney, Sarah Burton and Alexander McQueen – have helped shape our culture. Judkins has lectured on the subject of creativity at universities and to businesses around the world.” Junkins schult kreative Menschen (ja, das geht) und unterstützt Unternehmen dabei, Arbeitsabläufe zu verbessern. In The Art of Creative Thinking erzählt er in vielen kurzen Artikeln (die querbeet gelesen werden sollen), wie man seine Kreativität freilegt. Anhand zahlreicher Beispiele aus seinen eigenen Erfahrungen oder aus der Weltgeschichte – Michelangelo, JK Rowling, Andy Warhol, Thomas Edison und viele mehr – erklärt er, was kreative Menschen ausmacht, wie jeder davon profitieren kann, mehr auf seine kreative Ader zu hören und vor allem, dass und wie jeder Mensch kreativ sein kann und wie unsere Gesellschaft, unser Schulsystem und unsere Jobs uns daran hindern, unser kreatives Potential zu entwickeln. Ich bin niemand, der viele Selbsthilfebücher liest, ganz im Gegenteil, aber dieses Buch ist einfach großartig und man kann fast jeden Satz unterstreichen, in jedem Kapitel gibt es Zeilen, die man sich am liebsten auf die Bürowand malen möchte.
Meiner Meinung nach kann jeder positive Lehren aus diesem Buch, aus dieser Ansammlung von Erfahrungsschätzen kreativer Menschen ziehen, egal in welcher Branche man arbeitet oder wofür man sich in seiner Freizeit interessiert. Solltet ihr nur ein Buch dieses Jahr lesen, lest Rod Judkins’ The Art of Creative Thinking!

Terry Pratchett - The Shepherd's CrownTerry Pratchett – The Shepherd’s Crown
352 Seiten
Fantasy/Humor

Bereits im Oktober angefangen, im Januar erst beendet. Stilistisch hat es einige Schwächen, darauf möchte ich gar nicht eingehen. The Shepherd’s Crown ist Terry Pratchetts letztes Buch, der letzte Scheibenwelt-Roman, der jemals veröffentlicht wurde. Sir Terry, mit Abstand mein Lieblingsautor und eine Person – obwohl ich ihn nie persönlich kennen lernen durfte – die mich als junger Erwachsener am meisten beeinflusst hat. Auf die stilistischen Schwächen möchte ich nicht eingehen, weil Terry vor Beenden des Romans an seinem Alzheimer-Leiden verstorben ist und sein Assistent Rob Willkins (dem Pratchett die letzten Jahre diktiert hatte, da er selbst nicht mehr schreiben konnte) die Geschichte beendet bzw. die Fragmente in eine Reihenfolge gebracht hat. Ich mag die Geschichten um die Hexen nicht so sehr, diese muss man aber schon deshalb lesen, weil sie viel persönliches beinhaltet. Pratchett wusste, dass er stirbt und auch in der Geschichte stirbt eine wichtige Person; ich habe da viel biographisches und Botschaften an seine Tochter in den Gesprächen zwischen der sterbenden Person und der Person, die in ihre Fußstapfen tritt, entdeckt. Das und das Nachwort hat mir einige Male feuchte Augen beschert. Wenn ihr die Scheibenwelt nicht kennt, könnt ihr mit dem Buch aber vermutlich nicht viel anfangen, es ist auch bei weitem nicht das beste aus der Reihe.

Ian Doescher Shakespeare's Star Wars: The Tragedy of the Sith's RevengeWilliam Shakespeare’s Tragedy of the Sith’s Revenge: Star Wars Part the Third (William Shakespeare’s Star Wars, Band 3)
168 Seiten
Sci-Fi, Klassik

Sechster und vorerst letzter Band von Ian Doeschers Star-Wars-Nacherzählung im Shakespeare-Stil. Wie auch die anderen 5 Bände ist Episode 3 witzig und einfallsreich geschrieben. Doescher benutzt klassische Stilmittel Shakespeares und wendet sie passend auf die Star-Wars-Story an. Jar Jar Binks ist zum Beispiel der Narr, der in Wirklichkeit doch alles durchblickt, R2-D2 führt ausführliche Monologe, Paare sprechen wie bei Shakespeare so, dass sich ihre Dialoge reimen – zumindest so lange, wie sie zusammen und glücklich sind. Yoda spricht in Haiku-Form, weil… ja, einfach so, damit er heraussticht und Darth Plagious’ Gechichte wird in Form eine Theaterstücks im Stück erzählt. Es gibt hier vieles zu entdecken und im Nachwort wird vieles für Laien noch einmal erklärt. Nicht der stärkste Band der Reihe, die endlosen Dialoge zwischen Anakin und Padme nervten mich auf Dauer, dennoch gehören die 6 Star-Wars-Bände im Shakespeare-Stil zu den geistreichsten und innovativsten Büchern, die ich in den letzten Jahren gelesen habe. Es ist was faul im Staate Coruscant!

Ferner liefen:
Lustiges Taschenbuch Nr. 475: Gefährliche Galaxien
Lustiges Taschenbuch Nr. 476: Der unverfrorene Schneemann
Assassination Classroom 9
Kleine Katze Chi 8

David