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The Visitor


The Visitor heißt auf Deutsch “Ein Sommer in New York”. Der Name erklärt vielleicht, warum der Film statt dem erhofften “New York, I love You” geliefert wurde, bzw. die falsche Rolle in der Box war. Naja, ist ja eigentlich auch der Sinn der Sneak, Filme zu sehen, die man normalerweise eher verpasst hätte.
Ein Sommer in New York (was für ein selten dämlicher Titel) ist eigentlich schon von 2007, läuft aber bei uns erst diese Woche an. Der Film erzählt die Geschichte des Uni-Professors Walter, der nie über den Tod seiner Frau hinweggekommen ist und eigentlich nur vor sich hin vegetiert. Verzweifelt versucht er, Klavier zu lernen, um wenigstens so seiner verstorbenen Frau, der Klavierspielerin, nahe zu sein, doch vergebens. Eine Konferenz zwingt ihn, nach New York zu fahren, wo er auch noch ein Appartement hat. Überrascht stellt er fest, dass Tarek und Zainab ebenfalls glauben, dort wohnen zu dürfen. Irgendwer hat ihnen die vermeintlich leer stehende Wohnung vermietet. Walter lässt die beiden bei sich wohnen und schließt schnell Freundschaft mit dem Musiker Tarek, lässt sich von ihm sogar im Spielen der Djembe unterrichten. Als die Polizei den jungen Araber in der Metro aufgreift, ahnt Zainab schon Schlimmes. Die beiden sind illegal in den USA und leben ständig in der Furcht, abgeschoben zu werden. Tarek wird in ein Detention Center gesperrt und Walter versucht mit Tareks Mutter, Zainab und einem Anwalt alles, um ihn vor der Abschiebung zu retten.
Letztendlich war die Mühe umsonst und selbst Tareks Mutter, zu der Walter Gefühle entwickelt hatte, verschwindet wieder aus dessen Leben und lässt ihn alleine wie zuvor in den USA zurück.
Walter nimmt Tareks Djembe und trommelt in der Metro vor sich hin, wie Tarek es immer geplant hatte.

The Visitor ist ein ruhiger ruhiger Film über die Liebe und das post-9/11 New York. Richard Jenkins (Burn After Reading, I heart Huckabees, Operation: Kingdom) spielt den depressiven Professor ohne jede Freude am Leben, als wäre die Rolle nur für ihn geschrieben. Ihm beim musizieren im Central Park zuszusehen, zu sehen, wie er den Spaß am Leben wieder entdeckt, macht einfach Freude. Man merkt diesem stillen Film auch fast nicht die 103 Minuten an, an einigen Stellen zieht es sich ein bisschen, trotzdem ein sehr schöner, ruhiger Film. Muss man in der Stimmung zu sein aber wenn man sich drauf einlässt, wirklich schön.
Regisseur/Drehbuchautor Thomas McCarthy hat auch das Drehbuch zu Pixar’s UP geschrieben, dem ja in den Grundzügen eine ähnliche Geschichte zugrunde liegt.

★★★★☆

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  1. 15. Januar 2010, 17:13 | #1

    Hauptsache ein Titel, der sich auf keine Weise mit dem Originaltitel in Verbindung bringen lässt. Sonst könnte sich eine Person in den Film verirren, die vielleicht durch die Oscar-Nomination von Richard Jenkins oder die positiven Reaktionen in den USA auf den Film aufmerksam wurde. Aber in den meisten deutschen Kinos wird Jenkins ja vermutlich sowieso nicht zu hören sein. Da macht es durchaus Sinn, die Spuren zu verwischen.

    Aber wieso kriegt dieser Film keine Sterne?

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