The Hurt Locker

The Hurt Locker

“Oh nein, ein weiterer (Anti-)Kriegsfilm” werden viele bei dem Plakat oder dem Trailer zu The Hurt Locker (Tödliches Kommando) von Kathryn Bigelow (Blue Steel) möglicherweise genervt sagen. Auf vielen Seiten wird The Hurt Locker in die Kategorien, Action, Thriller und Drama gepackt, wobei eigentlich nur letzteres zutrifft und das auch nur am Rande. Der Trailer möchte die Besucher mit der Erwartung, einen action-geladenen Kriegsfilm gezeigt zu bekommen, in die Kinos locken. Diese werden nach 131 Minuten (oder früher) enttäuscht den Kinosaal verlassen, denn in dem Film passiert eigentlich nicht sehr viel.

The Hurt Locker erzählt aus dem Leben einer EOD (Explosive Ordnance Disposal) Einheit der U.S. Army, die im Irak Bomben entschärft.
Direkt zu Beginn stirbt der aktuelle Bombentechniker der Einheit (hier wurde Guy Pearce für eine winzige Nebenrolle verschwendet) und der scheinbar angstfreie Einzelgänger William James (Jeremy Renner, möglicherweise bekannt aus The Unusuals) übernimmt die Leitung des Bombenkommandos.
Ohne erkennbare Steigerung, roten Faden oder überhaupt irgendeinen Plot geht es von einer Bombenentschärfung zur nächsten, bis der Film zu Ende ist.
Es gibt keinen Showdown, keinen Oberbösewicht, der besiegt werden muss, gar nichts, außer die Ängste und die inneren Kämpfe der Soldaten, die einfach nur überleben, und schnell wieder in die Heimat, wollen. Bis auf Seargant James, der macht das Ganze gerne, wie er seinem kleinen Sohn erklärt: die einzige Sache auf der Welt, die er noch liebt (und das, obwohl er Inselschönheit Evangeline Lilly neben sich stehen hat). In weiteren kleinen Nebenrollen sind noch David Morse, Ralph Fiennes und Christian Camargo (aus Dexter) zu sehen.

Das Time-Magazine nennt The Hurt Locker a near-perfect movie, die New York Times fand ihn ferociously suspenseful und beim Venice Film Festival hat er den Venice Film Festival SIGNIS Grand Prize abstauben können.
Ich behaupte, The Hurt Locker sind über zwei Stunden Langeweile mit guten Schauspielern und an zwei oder drei Stellen richtig guten Effekten bei den Explosionen.
Eine richtige Aussage scheint der Film nicht zu haben, ein Action-Streifen ist er aber auch nicht. Frau Bigelow schien sich nicht so ganz im Klaren darüber gewesen zu sein, was sie aus dem Film machen wollte. Schade, er hätte sowohl ein gutes Drama, als auch ein rasanter Actionfilm werden können. Jetzt ist er keins von beiden so wirklich, der Trailer wird aber vielleicht doch ein paar Leute ab dem 13. August ins Kino locken.
(Die schnellen Schnitte sind nur im Trailer und mehr Explosionen, als da zu sehen, gibt es im Film auch nicht)

★★☆☆☆

2 Kommentare » Schreibe einen Kommentar

  1. Oh Mann! Nicht einmal der Trailer lockt. technisch finde ich den Trailer gar nicht mal so schlecht; recht gut gemacht. Aber der Film ist mal echt nichts. Und wenn er dann auch für die Interessierten noch schlecht gemacht ist (wie du schreibst), dann stoßen wir alle wieder einmal auf Hollywood an und bedanken uns für den vielen Müll, den sie uns ‘rüberschicken…

  2. Müll kann nur dort entsorgt werden, wo er auch «konsumiert» wird. Aber so schlecht ist «The Hurt Locker» dann doch nicht, einfach mittelmässig. Das reicht immerhin aus, um als Oscar-Kandidat gehandelt zu werden.

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