Short Story Collab #01 – Winter

Mein Beitrag zum ersten Thema Winter:
(alle anderen Beiträge)

Winter.
England.
A cold and starless night.
“Snow everyhwere”, he thought. “In the air, on the streets. On my face.”
It has been days since the last bombs fell.
“But something always seems to fall down on me”, he thought, instantly feeling bad for that thought. He shouldn’t complain about a bit of snow, instead he should be glad that it wasn’t anything else. That he was even here to experience what under other circumstances he would describe as a beautiful night.
As he kept walking, he passed a shop window, colourful decorated with christmas lights and figures; a round-bellied Santa, reindeers, the sleigh… it was all there. This year he hated it more than ever, but he understood why people needed it.

With the crunching his feet made being the only noise disturbing the white and peaceful scenery around him he kept trudging through the snow that grew higher every minute. Absentmindedly he walked on, turned a corner and bumped into another person.
“Uhm, I’m sorry…”, he stumbled, took a quick look and added, “…Miss.” He turned his eyes back to the ground and started to walk away, when he realized that the woman he ran into was crying. Slowly he turned around and cleared his throat a few times to make the young woman aware of his presence.
“Is everything okay, Miss?”
She seemed to notice him for the first time. While she stared at him with blank eyes he observed the person opposite of him. She looked as if she was in her early twenties, rather well-off, by the looks of her clothes and was – he must admit – quite pretty, despite the fact that her eyes were all red and puffy.
One more time he tried to get her attention.
“Are you alright?”
She still didn’t seem to hear him.
“Miss?”, he touched her arm, she blinked and looked him in the eyes.
“Hm, oh – sorry”, she forced a smile. “Sorry, yes, I’m quite alright, thank you.”
“Well…”, he felt a bit awkward, normally he avoided talking to people on the street, just like everybody else.
“You don’t seem alright to me.”
“I mean.., you are crying after all”, he added.
Again he saw a smile on her face, this time it didn’t look forced. “Nothing important, really. Ridiculously unimportant, compared to what’s happening around us.”
“The war, yes, terrible thing, but not much we can do about it, is there?”
They just stood there for a bit in awkward silence.
“Well, uhm, it’s late, I probably should be heading home”
“Shall I accompany you?”, he tossed in, blushing a bit.
“That’s really not necessary”, she said, and instantly felt bad and added, “but I could use a hot drink, I’m really freezing.”
He scanned the surrounding streets in his head for a suitable location and a while later they ended up in a small pub just a few streets away.
Two strangers with nothing in common except for the fact that both of them were wandering through the snowy streets alone at this specific night.
After a few drinks they went for a walk and ended up at the frozen Thames. Talking. Forgetting everything around them as the snow turned the city into a quiet and peaceful place. Not a single sound disturbed the calm as they continued walking while the snow kept piling up around them.
After what seemed to be an eternity, they saw each other off on an intersection from which she took a cab back home (at least he assumed that’s where she went), he kept on walking until the first light of a new day destroyed the white idyll around him.
Noises arose, the streets were getting busy and the pure white snow turned into ugly brown mud.
Wet and freezing, he directed his steps towards home.

A few days later the war was suddenly over and everything went back to normal. Keep calm and carry on. If there’s one thing British people are extremely good at, it’s pretending everything’s okay.
As much as it bothered him, he eventually did the same. What other option did he have?

The girl from that night he never saw again. He caught himself taking walks around the area where they both met or finding other excuses to be there more often than usual.
Spring came, and as the last snow melted away, with it his memory of her face faded away, too.

Thema für März : #02: “Zeitreisen” (1. – 31. März)

Andere Teilnehmer:

Februarbeiträge:
– Bianca
– Lin
– Torsten
– SpielerDrei
(alle hier in den Comments)
David
Manuel
Steffi
Lucas

Addendum: ein paar Worte zu der Geschichte und der Aktion als Ganzes. Fragt mich nicht, warum ich die auf Englisch geschrieben habe. Ich habe einfach das Wort “Winter” im Kopf gehabt, alles andere kam von selbst. Beim Schreiben habe ich das zuerst geplante Ende abgeändert, musste dann den Anfang ebenfalls anpassen… ja, sicher nicht mein bestes Werk. Hoffentlich. Aber das alles hier soll ja auch als Übung dienen. Ein bisschen komisch ist das ja doch, sowas von sich im Netz zu veröffentlichen und sich der Kritik auszusetzen.

wie erging es euch denn mit dieser ersten Aufgabe? Von ein paar weiß ich, dass es ihnen schwer fiel, für andere war es ganz leicht. Wie fandet ihr das Thema? Sollte es spezifischer sein? So allgemein bleiben? Hat es euch geholfen, eine Vorgabe zu haben? Wollt ihr mehr Vorgaben? Schreibt mir doch eure Erfahrungen. Und Wünsche für die Zukunft. Und Themenvorschläge. 🙂

2 comments

  1. Zur Geschichte:

    Die Story gefällt mir als Kurzgeschichte. Erst hielt ich sie für etwas kurz und schmucklos. Beim weiteren drüber Nachdenken kam’s mir dann aber: sie spielt im Winter, im Krieg, sie darf genau so sein wie sie ist.
    Für mich beschreibt die Geschichte einen Aspekt des Lebenskreislaufes – erleben und vergessen; Krieg und Frieden (oder eher Nicht-Krieg); Leben und Tod im übertragenen Sinne – und damit passt auch das Thema Winter so toll. Die Jahreszeiten sind ja auch ein Teil des Lebenskreislaufs, bestimmen (Lebens)Zyklen.
    Was ich sagen will ist, dass die Geschichte ein enorm stimmiges Bild vor dem geistigen Auge erzeugt. Eher eine eigene Erinnerung als etwas Ausgedachtes. Der letzte Satz hat mir ‘ne Gänsehaut verpasst; kann also nur gut gewesen sein.

    Zur Aktion:

    Ich hatte bestimmt schon mal erwähnt, dass ich die Idee extrem gut finde, um mich selbst zu motivieren überhaupt mal wieder was zu schreiben und das angefangene dann auch zu beenden.
    Außerdem finde ich es schön, das öffentlich und mit mehreren Leuten zusammen zu machen. Ist irgendwie ungezwungener. Und für Kritik von Menschen, die ich nicht privat und seit Ewigkeiten kenne, bin ich zudem äußerst dankbar.
    Zum Schreiben selbst äußere ich mich mal nicht, ich habe bereits oft genug geflucht während ich geschrieben habe.

    Kann man nicht einfach mal ein sehr spezielles Thema mal ein sehr allgemein gefasstes – wie Winter – wählen?

    • @Manuel (@Gun51ing3r): danke 🙂 Im ersten Entwurf gab es keine Frau, er lebte auf der Straße und sollte am Ende sterben. Das hat sich so zwischendrin entwickelt. Das Ende stand schnell fest, nur der Weg dahin musste noch entstehen. Die ersten zwei Worte existierten vor allem anderen, die schrieb ich einfach so hin und der Rest folgte dann.

      Gute Idee, immer abwechselnde Themen. Hoffentlich fallen mir genügend ein.

  2. @David: Interessant, ich hätte tatsächlich erwartet, dass die Frau von Anfang an eingeplant war.
    Deine ersten beiden Wörter erinnern mich zum einen an Otherland von Tad Williams (“Im Schlamm fing es an. Wie so vieles.”) und zum anderen an Sturz der Titanen von Ken Follett. Liegt aber wahrscheinlich daran, dass ich sie jetzt direkt mit dem Kriegshintergrund verbinde.

    Ich hatte erst vor etwas zu schreiben, was als Setting “Postapokalyptischer Winter” bekommen hätte. Bis ich selbst dann diese Frau aus meiner Geschichte im Supermarkt gesehen habe. Danach alles umgeworfen 😀 Die Geschichte entstand dann auch während des Schreibens. Während der Überarbeitung habe ich dann gegen Ende noch eine längere Passage eingefügt, weil da etwas Wichtiges zu fehlen scheinte.

    Den Punkt, dass man bei allgemeineren Themen mehr Freiheit hat kann ich vollends nachvollziehen, dem einen oder anderen fällt es aber vielleicht leichter, wenn er nicht zu viel Spielraum hat. Deswegen würde ich wechselnde Themen vorschlagen; so hat jeder was davon und manch einer steht eventuell sogar vor einer kleinen Herausforderung.

    Mein Themenvorschlag: Vereine

  3. Ich fand die Geschichte sehr schön, ich kann nicht sagen warum, aber ich musste beim Lesen an “The Collector” von John Fowles denken, obwohl das von der Thematik vollkommen anders ist. Vielleicht liegt es am Schreibstil :). Gegen Ende wirkte es etwas schnell.

    Wechselnde Theme fände ich auch interessant. Ich mag die offenen Themen zwar, aber ich fände es auch gut zu sehen, was bei spezifischeren Themen passiert. Vielleicht auch, was man alles für unterschiedliche Geschichten aus sehr klassischen Dingen machen kann: “Mann und Frau im Café, Eifersucht.” Oder so ähnlich :D. Da hat sicher jeder andere Ideen.

    • @Lin: ja, ich weiß, da hätte ich, als sie anfingen zu reden, mehr einbauen müssen. Das ganze Kurzgeschichtenkonzept ist neu für mich, sowohl vom Schreiben, als auch vom Lesen her, muss da glaube ich noch den richtigen Rhythmus finden. Themenvorschläge werden immer gerne gesehen 🙂 Bei zu spezifischen Themen hab ich ein bisschen Sorge, dass es Leuten dann nicht passt und dann 1 Monat lang niemand schreiben mag.

  4. Pingback: Was ich eigentlich schreiben wollte :alasKAgirl

  5. Ich greife ungern zu Stift und Papier oder haue in die Tasten, wenn ich keinen Anreiz habe und schon deswegen bin dankbar für die ganze Aktion! 🙂 Obwohl ich gerne schreibe, tue ich mich schon immer schwer, einen gefassten Gedanken zu Papier – und vor allen Dingen – zu Ende zu bringen. Dieses Phänomen hat mich auch beim ersten Thema “Winter” voll erwischt und bei der März-Überschrift ahne ich ähnliches Übel auf mich zukommen. Noch halte ich mich mit der Ausrede des “unpassenden Themas” selbst bei erlogener Laune, aber daran wird es wohl nicht liegen…
    Grundsätzlich finde ich alle Formen der Themengebung interessant. Vom einzelnen Stichwort bis hin zur festen Überschrift kann allen Möglichkeiten etwas abgewinnen und ihnen auch unerprobt Vor- und Nachteile zuweisen. Genau deswegen würde mich die Abwechslung reizen. Wir schreiben alle aus unterschiedlichen Gründen, aber wahrscheinlich alle mit dem Ziel zu üben und unsere Fähigkeiten zu verbessern, oder?

  6. Nicht viel mehr als ein Ruck und ein kaltes Schaudern, und Elisabeth erreichte das Jahr 1976. Das Haus ihrer Kindheit war kleiner, als sie es in Erinnerung hatte, aber das ist immer so. Ein letztes Mal tief durchatmen, dann nahm sie den Disintegrator aus der Tasche, und ging auf die Haustür zu. “Scheiß auf das Raum-Zeit-Gefüge” dachte Elisabeth, und drückte die Klingel, auf der “Fritzl” stand.

  7. Pingback: Short Story Collab #02 – Zeitreisen | Captain Obvious

  8. Pingback: Short Story Collab #02 – Zeitreisen « Der Blog zum Autor

  9. Geht es nur bei mir nicht oder sind alle Kommentare weg? Kann unter keinem Beitrag mehr welche lesen.

    Da ich es nicht geschafft habe eine richtige Story zu schreiben, müsst ihr eure Fantasie selber anstrengen ;). Sobald ich etwas Vernünftiges zustande gebracht habe, reiche ich sie nach :).

    #02: “Zeitreisen”