Sherlock Holmes
Jetzt durfte ich also diesen viel gehypten Sherlock Holmes im Kino bewundern. Ich wollte ihn ja auch sehen, vor allem, weil ich die Filme von Guy Ritchie mag und weil der Trailer unterhaltsam aussah. Sah nicht nach Sherlock Holmes aus, einfach nur nach Action und Explosionen, was ja meist Kurzweil und Spaß bedeutet, das und eine Portion Mystery bekommt man dann auch geliefert.

Guy Ritchie erzählt in Sherlock Holmes die Geschichte vom vermeintlichen Ende der Beziehung der beiden Detektive Holmes und Watson. In ihrem letzten gemeinsamen Fall legen sie Lord Blackwood das Handwerk, der junge Frauen in Ritualen opfert und schon mehrere Leben auf dem Gewissen hat. Dr. Watson wohnt der Exekution des Lords als Arzt bei, bestätigt den Tod und alles geht seinen gewohnten Gang. Oder auch nicht, denn Watson will ausziehen und Holmes ist darüber nicht erfreut. Dieser betrinkt sich lieber und trauert der gemeinsamen Zeit hinterher. Die Langeweile Holmes’ wird kurz durch das unerwartete Auftreten Irene Adlers abgelenkt, die einzige Person, die Holmes schon mehrfach überlisten konnte. Sie beauftragt ihn im Auftrag eines mysteriösen Hintermannes, einen rothaarigen Zwerg zu finden. Holmes lehnt ab, er findet ihn aber trotzdem und zwar im sonst leeren Grab des Lord Blackwood. Er sei von den Toten wieder auferstanden heißt es, und ihn London macht sich Panik breit. Der skeptische Holmes, der stets für alles eine logische Erklärung sucht, muss einsehen, dass er es tatsächlich mit Lord Blackwood zu tun hat. Verfügt dieser über magische Kräfte, wie er behauptet? Ob Magie oder nicht, Watson hilft Holmes ein letztes Mal und zusammen gehen sie dem Mysterium des machthungrigen Untoten auf den Grund. Zwischendurch macht Holmes noch die Bekanntschaft Moriartys, der vermutlich im nächsten Teil eine größere Rolle spielen wird. Wem die Stimme Moriartys, den man hier nicht sieht, gehört, will Guy Ritchie nicht verraten, es wird aber vermutet, dass Brad Pitt die Vorlage aller Oberbösewichte mit Doktortitel spielen wird und diesem folglich auch hier die Stimme geliehen hat.
Sherlock Holmes ist, wenn der Film auch mit den klassischen Geschichten nicht viel gemeinsam hat, ein unterhaltsamer und wirklich gut gemachter Action-Film mit Mystery-Elementen. Nach der Sneak können wir immer Bewertungszettel ausfüllen, auf denen auch gefragt wird, mit welchem anderen Film wir den gesehen vergleichen würde. Ich schrieb da “From Hell” in das Feld, was denke ich sehr gut passt.
Guy Ritchie, einer meiner Lieblings-Regisseure, ist ja eher für ganz andere Filme bekannt, macht seine Sache hier aber gut. Robert Downey Jr. hat die Rolle vielleicht doch nicht nur bekommen, weil seine Frau den Film produziert hat. Sein, durch die Dreharbeiten zu der Chaplin-Biographie, angeeigneter britischer Akzent ist so überzeugend, dass ich oft nur schwer mitkam. So gerne ich das Britische auch mag, Amerikaner verstehe ich trotz jahrelangem OV-Gucken von Serien und Filmen doch viel besser.
Vom Gentleman-Verhalten Holmes’ merkt man in der Verfilmung wenig, der Detektiv prügelt sich gerne und trinkt alles, was er in Watsons Praxis findet. Trotz der offensichtlich Ferne zum Originalstoff ist Sherlock Holmes ein durchweg spannender und unterhaltsamer Film und Downey/Law sind ein fabelhaftes Team. Absolute Anguck-Empfehlung!
Sherlock Holmes startet bei uns am 28.01.2010 in den Kinos.





Schönes Review! Sehe ich ganz genau so!
Wie Du schon erwähnst, es ist “ein unterhaltsamer und wirklich gut gemachter Action-Film mit Mystery-Elementen”. Enttäuscht bin ich etwas von der Darstellung des Sherlock Holmes – ich hätte mir gewünscht er würde ein Wenig eleganter bzw. cooler (im Sinne von Erhaben) dargestellt werden.
Quasi eher wie ein Brite und nicht wie ein Ire.
Sorry das ich gleich ganz runter gescrollt habe aber ich wollte mich nicht spoilern weil ich mich auf den Film freue und 4,5 von 5 da kann ich getrost aufatmen!
Hab extra auf Spoiler verzichtet, so gut ich konnte
Ich lese ihn trotzdem nicht!
… und ich werde ihn mir trotzdem nicht anschauen. Ich find es unpassend, wenn man bekannte Charaktere in dieser Form darstellt. Irgendwann gibt es dann wohl noch eine solche Action-Ausgabe von Miss Marple.