Schwarz geärgert
Letztens bewahrheitete sich mal wieder Murphy’s Gesetz: ich hatte (höchstwahrscheinlich zum ersten Mal in meinem Leben) mein Portemonnaie nicht dabei und wurde in der Straßenbahn natürlich prompt kontrolliert.
Geständnis: Ja, ich bin schwarz gefahren!
So weit, so gut, die nette Kontrolleurin akzeptierte ein Uni-Schreiben als Ausweisersatz, glaubte mir meinen Namen und meine Adresse und drückte mir die ganzen Zettel und einen Überweisungsvordruck in die Hand.
14 Tage hätte ich Zeit (auf dem Zettel steht übrigens “7 Tage”), um mein Semesterticket bei einem Rheinbahn Kundencenter vorzuzeigen. Davon gib es zwei in Düsseldorf, eines an der Heinrich-Heine-Allee in der U-Bahn, eines am Hauptbahnhof.
Gut, war ich also eben am Hauptbahnhof im “Kundencenter” der Rheinbahn. Dass ich mich draußen vor der Tür in die Schlange einreihen musste, hat mich nicht groß gestört – im Gegensatz zu den ganzen anderen Leuten da – so leicht lasse ich mich nicht aus der Ruhe bringen.
Als dann auch noch einer der drei Mitarbeiter in die Pause verschwand, war das auch okay, der muss ja auch irgendwann mal Pause machen.
Endlich vorne angekommen, würgt der nette Mitarbeiter meine Ansprache sofort ab.
Da müsse ich nach Oberkassel.
Ich erwiderte natürlich, die Kontrolleurin hätte mir da etwas anderes gesagt.
Nein. Oberkassel.
Die Unterlagen hatte ich in der Hand, also wollte ich ihm beweisen, dass er im Unrecht ist. Da steht eindeutig:
Fall 2: Sie waren zum Zeitpunkt der Fahrausweiskontrolle im Besitz eines gültigen persönlichen Tickets (ausgenommen Ticket 2000 übertragbar), haben es nur vergessen.[...]
Hier können Sie Ihre vergessene Karte vorzeigen…
Düsseldorf Kundencenter Hauptbahnhof
Düsseldorf Kundencenter Heinrich-Heine-Allee
andere Adressen außerhalb Düsseldorfs
In Oberkassel ist nur die Rechtsabteilung, zu der man gehen kann, wenn man unter Fall 3 fällt und Einspruch einlegen möchte.
Oberkassel und zurück sind für mich circa eine Stunde Fahrt, wenn die mich dann auch wieder wegschicken, verweigere ich die Zahlung.
Ganz einfach. Da können die mir noch so sehr (in rot gedruckt) mit der Weiterleitung der Forderung an ein Inkasso-Büro drohen.
Mal schauen, ob die dann am Dienstag bei mir vor der Tür stehen, denn Montag werde ich es bei den Öffnungszeiten wohl nicht zum Rheinbahnhaus nach Oberkassel schaffen. Ich würde denen ja erst eine Mail schreiben, aber da ist jetzt wohl auch keiner mehr.
Wenn die mich da auch wieder woanders hinschicken, notiere ich mir als erstes den Namen von dem zuständigen Mitarbeiter und dann gibt’s ne Beschwerde. Schön mit allen drei Namen und den unterschiedlichen Aussagen, dann sollen die sich erst mal einig werden, wo ich hin gehen soll.
Wenn bei denen die linke Hand nicht weiß, was die rechte macht, ist das nicht mein Problem. Und wenn ich wegen deren Inkompetenz die Frist nicht einhalten kann, auch nicht.
Nur weil man Student ist, heißt das noch lange nicht, dass man sein Zeit gestohlen hätte.