Public Enemies

Public Enemies ist eine Verfilmung des Buches Public Enemies: America’s Greatest Crime Wave and the Birth of the FBI, 1933–34 von Bryan Burrough und erzählt die (wahre) Geschichte der Gangsterbande rund um John Dillinger (Johnny Depp) und seinen Gegenspielern im frisch gegründeten FBI, angeführt durch Melvin Purvis (Christian Bale) und J. Edgar Hoover (Billy Cudrup – Watchmen). (Der Name wurde übrigens in der deutschen Synchro übersetzt, weshalb das BI – wie es früher noch hieß – “Büro für Ermittlungen” genannt wird. Deutsche Synchro halt.)
John Dillinger raubt eine Bank nach der anderen aus, ohne dass die Behörden etwas unternehmen können. Hoover beauftragt Melvin Purvis wegen seiner PR-trächtigen Ermordung des Pretty Boy Floyd (Channing Tatum – Fighting, G.I. Joe), staatsübergreifend Jagd auf den derzeitigen Public Enemy No. 1 (der erste, der diesen “Titel” verliehen bekam), John Dillinger, zu machen.
Mehrmals kommen sie ihm auch sehr nahe und nach und nach erwischen sie alle seine Komplizen. Ihn später auch, doch er kann wieder fliehen und taucht unter, wird letztendlich durch den Verrat einer Freundin, die damit ihre Abschiebung verhindern wollte, vor einem Kino (es lief Manhattan Melodrama mit Clark Gable) von den Bundesagenten erschossen.
Der Gangster muss im Film am Ende ja sterben, zum Glück haben das die meisten, auf deren Leben so viele Filme basieren, ja auch getan.
Soweit mir die Geschichte bekannt ist, hält sich Michael Manns Film recht genau an die wahre Geschichte, wobei da vermutlich eher die Buchvorlage das Lob verdient hat.
In großen Teilen ist Public Enemies mit verwackelter Handkamera und schlechter Beleuchtung gedreht (wahrscheinlich hatte der DP so viel Angst von Herrn Bale und hat aus der Entfernung gearbeitet), was hier meiner Meinung nach wenig Sinn macht. Soll der Eindruck einer Dokumentation entstehen? Soll das so realistischer wirken? Ich empfand es eher als störend.
Spannung und Action kommen in dem Film leider etwas zu kurz, es wird zwar viel geschossen aber wenn man die Szenen, in denen Gangster von Maschinengewehren durchlöchert werden z.B. mit der 30 Jahre zuvor entstandenen Szene aus Der Pate vergleicht, wirkt das doch eher stümperhaft.
Public Enemies ist kein schlechter Film, er unterhält und man lernt sogar noch was dabei
ist aber selbst für hartgesottene Bale und Depp-Fans, wie ich einer bin, größtenteils uninteressant.
Für mehr Depp warte ich lieber auf Alice In Wonderland, bei Bale muss ich wohl eher auf ältere Sachen zurückgreifen und Gangster-Action: Scarface und die Godfather-Trilogie habe ich auch schon viel zu lange nicht mehr gesehen.
Public Enemies läuft seit dem 6. August in deutschen Kinos.
In weiteren Rollen: Stephen Dorff (Blade) als Homer Van Meter, der fantastische Giovanni Ribisi (Friends, Sky Captain and the World of Tomorrow, Lost Highway) als Alvin Karpis, Marion Cotillard als Dillingers Freundin Billie und Emilie de Ravin (Claire aus LOST).