Prince Caspian (from Narnia)

by David on Juli 24, 2008

Ich muss es schon wieder sagen: Ich war positiv überrascht (das wird aber nicht zur Gewohnheit hier, ich hasse diese Phrase noch immer)

Beim Trailer dachte ich, die würden sich aus Die Choniken von Narnia: Prinz Kaspian von Narnia nur die Schlacht herausnehmen und einen Film daraus machen aber überraschenderweise hält sich der Film doch einigermaßen an das Buch.

Das macht Prince Caspian noch lange nicht zu einem guten Film, denn alle Bücher der Narnia-Reihe sind einfach schlecht, aber für einen 4,50 Euro-Sneak-Film war er annehmbar.
Die “Handlung” ist schnell erzählt.
Peter, Susan, Lucy und Edmund sind seit einem Jahr wieder in England, in der Zeit sind in Narnia 1300 Jahre vergangen.

Böse Ausländer mit orientalischem Akzent haben das gelobte Land Narnia erobert und die Einwohner vertrieben oder ausgerottet.
Über Narnia herrschen die Telmarer, bzw. Miraz, obwohl dessen Neffe, Prinz Kaspian eigentlich der Thronfolger ist (er ist wohl noch zu jung. Ist gar nicht so lange her, seit ich die Bücher gelesen habe, habe aber alles verdrängt.)
Als Miraz’ Frau einen Sohn zur Welt bringt, den er als Tronfolger einzusetzen plant, sieht Kaspian sein Leben in Gefahr und flieht in den Wald (Alt-Narnia), in den die Telmarer ihn nicht verfolgen können (da sie Angst vor den Narnia-Fabelwesen haben).
In einer von Herr der Ringe abgekupferten Szene überqueren die Telmarer, die Kaspian verfolgten, einen Fluss zum Wald und sterben. Nur die ersten von sehr vielen Toten.
Kaspian trifft im Wald auf Narnianen und benutzt sein magisches Horn (welches damals Susan gehörte) und ruft die vier Kinder damit nach Narnia.

Die vier minderjährigen ehemaligen Könige von Narnia kommen sogleich und erklären sich bereit, Kaspian zum Thron zu verhelfen, da er ihnen verspricht, als Herrscher über Narnia in Frieden mit den Narnianen (Zentauren, Zwerge und laufende Bäume) zu leben.

Ein präemptiver Schlag gegen König Miraz’ Burg (wieder eine der vielen Szenen, die viel zu dunkel sind. Man kann kaum etwas erkennen) geht schief, obwohl eine Burg mit lauter stummen Wachen, die selbst in minutenlangen Konfrontationen nie auf die Idee kommen, “Wachen”, “Hilfe”, “Alarm” oder ähnliches zu rufen, eigentlich leicht einzunehmen sein sollte.

Die übriggebliebenen Narnianen fliehen zurück in den Wald, wo sie der Konfrontation mit Miraz’ Truppen in einem großen Hügel harren (die zum Glück mit Belagerungsmaschinen kommen, obwohl sie gar nicht wussten, wo sie kämpfen würden. Wer nimmt Belagerungsmaschinen mit, wenn man gegen einen Feind kämpfen möchte, der sich in einem Wald versteckt?).

Da die Telmarer in der Überzahl sind, versucht Lucy Aslan zu finden, während Peter Zeit schinden möchte, indem er Miraz zum Zweikampf herausfordert. Zum Glück sind kleine Kinder in Narnia viel stärker, weshalb der Kampf des erfahrenen Kriegers gegen den kleinen Jungen gar nicht so unfair ist.
Davon gibt es in der kommenden Schlacht noch viele Szenen. Kleine Kinder, die erwachsenen Kriegern den Kopf abschlagen, oder erwachsene Krieger, die umfallen, weil kleine Kinder sie getreten haben. In einer Szene schlägt Susan einem Typen (der eine metallene Gesichtsmaske trägt) mit ihrem Bogen ins Gesicht, und der steht auch nicht mehr auf.

Wie dem auch sei, die Schlacht läuft nicht gut, Aslan erscheint rechtzeitig, vertreibt die bösen Ausländer aus seinem Land und alles wird wieder gut (bis zum nächsten Mal, wo er verschwindet und Narnia wieder gerettet werden muss)
Also eigentlich haben die vier Kinder gar nichts gemacht, sondern nur Aslan, der auch viel früher hätte kommen können, aber ich sagte ja nie, dass die Story der Bücher besonders toll sei, oder?
Neben der laschen Story stört mich an den Narnia-Chroniken das selbe, was auch Tolkien an den Büchern seines damaligen Studienkollegen störte: die übertriebene christliche Botschaft in den Büchern. Das auch noch gepaart mit Figuren nicht-christlicher Mythologie erzeugt ein großes Durcheinander.
Der Hauptgrund ist aber einfach, dass die Bücher absolut langweilig sind.

Der Film relativiert das ein bisschen, aber ich bin mir nicht sicher, für wen dieser Film ist. Ein Kinderfilm ist es nicht so wirklich, aber Erwachsene werden sich den (freiwillig) ohne ihre Kinder vermutlich auch nicht ansehen.
Und wenn man Teil 1 nicht gesehen (oder wie ich, schon wieder vergessen hat), sind Teile der Handlung nicht ganz klar.
Schlachten, Schwert-Action und (gar nicht mal so gut) animierte Fabelwesen, reicht das für “das Fantasy Spektakel des Sommers”?

Ich empfehle stattdessen “Der Mongole”, der eine Woche später startet. Oder “Die Mumie: Das Grabmal des Drachenkaisers”, der ist bestimmt auch unterhaltsamer.

Fazit: kein Knaller, nicht vergleichbar mit Harry Potter, schon gar nicht mit Herr der Ringe, wer dieses Jahr aber unbedingt Kinder mit Schwertern und Fabelwesen sehen muss, kommt um Prinz Kaspian wohl nicht herum.
Harry Potter und der Halbblutprinz kommt erst im November, Hellboy -- Die goldene Armee im Oktober (obwohl es da keine kämpfenden Kinder gibt).

One comment

Kam bei uns jetzt auch in der Sneak. Stimme zu, dass man sich den Film anschauen kann, fand ihn aber viel zu lang. Den ersten Teil haben wir nicht im Kino gesehen aber glücklicherweise erst vor zwei Wochen die DVD gekauft, weil’s die billig gab, sonst hätten wir die Hälfte wohl nicht verstanden.
Hab’ mich nach dem Film auch gefragt, was davon eigentlich die Zielgruppe sein soll.
Die Serie gefällt mir bis jetzt aber immer noch besser als Harry Potter, weil die Kinder wenigstens den Anschein machen, als könnten sie weiter als bis drei zählen.

by Yjgalla on Dienstag,29. Juli 2008 at 11:25. Antworten #

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