They see me Ronin, they hatin

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Wir schreiben das Jahr 1701 (ich liebe diese Zahl). Japan. Bei einer Zeremonie attackiert Lord Asano den Zeremonienmeister Kira, von dem er sich ungerecht behandelt fühlte. Das Ziehen einer Waffe war in der kaiserlichen Burg Edo allerdings unter Todestrafe verboten. Aufgrund seines Ranges gewährte man Lord Asano einen ehrenvollen Tod durch rituellen Selbstmord, Seppuku, die untergebenen Samurai wurden ihres Meisters beraubt und somit zu Ronin: herrenlosen Samurai. Diese Ronin schworen Rache, auch wenn dies ebenfalls die Todesstrafe bedeutete, allerdings hätten sie so die Ehre ihres Meisters wiederhergestellt. Nachdem sie Kira ermordet hatten, begingen sie ebenfalls alle Seppuku. Soweit die historischen Ereignisse.

47 Ronin

47 Ronin von Carl Rinsch mit Keanu Reeves in der Hauptrolle erzählt den historischen Stoff, allerdings im Fantasykostüm verpackt. Der böse Kira will die Macht in Japan ergreifen und provoziert eine Attacke Lord Asanons mit Hilfe einer ihm untergebenen Hexe, damit dieser getötet und entehrt wird, wodurch er dessen Gebiet übernehmen könnte. Doch Kira hat nicht mit dem Halb-Japaner und Außenseiter Kai (Keanu Reeves) gerechnet, der über magische Kräfte verfügt. Und auch nicht mit der Entschlossenheit der Samurai, allen voran ihr Anführer Oishi. Zusammen schmieden die 47 Ronin einen Plan, um die Ehre ihres Lords wiederherzustellen und die Prinzessin aus den Fängen Kiras zu befreien, der sie zu heiraten gedenkt.

Schon das Poster zu 47 Ronin zeigt dem Filmkenner, dass hier was schief gelaufen ist. Rick “Zombie Boy” Genest ist darauf sehr prominent abgebildet und hat sogar ein eigenes Charakterposter. Dabei spielt er eigentlich gar nicht mit, zu sehen ist er circa 20 Sekunden lang. Auch Reeves’ Rolle war eigentlich als Nebenpart gedacht, auf dem Poster ist er zu sehen, aber keiner der Samurai/Ronin. Angeblich wurde der Film umgeschnitten, um den Fokus mehr auf Reeves’ Rolle zu legen. Irgendwie muss man die Leute ja ins Kino bekommen. Dadurch wirkt der Film allerdings etwas wirr und planlos, aber das ist bei weitem nicht der einzige Mangel. Die Dialoge sind teilweise so schlecht, dass man sich fragt, wie Reeves sie ohne zu lachen vortragen kann (“I search a thousand worlds for you. Even if it takes ten thousand lifetimes.” – “And I will wait in every one of them”), die Animationen sind weit vom heutigen Standard entfernt, die Kampfszenen sind für einen Martial-Arts-Film eher schlecht choreografiert und noch schlechter gefilmt und überhaupt ergibt der ganze Kai-Part nur wenig Sinn. Oishi reist um die ganze Welt (bzw. ans Set von Pirates of the Caribbean: At World’s End), um Kai zu finden. Dem er nie getraut hat, den er nie mochte und von dessen Fähigkeiten er nichts weiß. Kai befreit sich – nach einem Jahr in Sklaverei – sofort und folgt Oishi. Warum hat er das nicht vorher gemacht? Warum töten die Bösen nie die Guten und geben ihnen so Möglichkeit, sich zu rächen? Was soll dieser ganze übersinnliche Kram? Warum konnte man die Geschichte nicht ganz normal erzählen? Am Ende bleiben 2 Stunden relativ belanglose Fantasyaction in nettem Setting und man lernt noch ein bisschen über die Geschichte und Kultur Japans. (“Hihi, der hat ‘Bushido’ gesagt”, oder: warum man Filme lieber alleine und nicht im Kino gucken sollte). Als echter Keanu-Fan kann man sich das anschauen, einen anderen Grund, sich diesen Streifen anzutun, gibt es nicht.

(Dieser Artikel ist so wirr wie der Film, aber wenigstens habt ihr jetzt nur 3 Minuten eurer Zeit vergeuden müssen, um zu erfahren, dass ihr die 2 Stunden eures Lebens nicht für den Film verschwenden müsst. Gern geschehen!)

Hier noch der Trailer (der nicht viel mit dem Film zu tun hat)

47 Ronin ist in Deutschland ab dem 30. Januar im Kino zu sehen.

Tribut an Studio Ghibli bei den Simpsons

Fundstücke

Ghibli-Referenzen:

[0:12] – Spirited away – town spirits
[0:20] – My Neighbor Totoro – Living Bus
[0:23] – Ponyo
[0:24] – Porco Rosso or A pig from Spirited Away
[0:34] – Princess Mononoke – Crusty is Jigo
[0:35] – Spirited away – frog within the spirit town
[0:39] – Kiki’s Dilivery Service – Witches flying on brooms
[0:44] – Up on Poppy Hill – Principal as the kite
[0:48] – Spirited away – Giant baby
[0:49] – Howl’s Moving Castle – Scarecrow
[0:50] – Princess Mononoke
[0:52] – Tales from Earthsea – 3 dragon heads
[0:53] – Spirited away – Haku the dragon
[0:57] – Howl’s Moving Castle – Moving Kwik-E-mart

Inspiration zum Schreiben

Bücher

Nur zwei eine von sehr vielen “Regeln”, Tipps usw von Autoren für Autoren. Oder solche, die es werden wollen. (Irgendwann werde auch ich es mal schaffen, etwas vollständiges zu Papier zu bringen. Eigentlich muss man sich wirklich nur an diese simplen Regeln halten, irgendwas in mir hält mich aber immer wieder davon ab.)
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Studio Ghibli: From Up On Poppy Hill/Der Mohnblumenberg

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Yokohama, 1963. Die 16-jährige Umi wohnt mit ihren Geschwistern und ihrer Großmutter in einem alten Häuschen am Hafen, die Mutter – eine Ärztin – ist in den USA, den Haushalt schmeißt Umi neben der Schule. Jeden morgen steht sie auf, hisst die Flaggen mit einer Nachricht für ihren im Krieg gefallenen Vater im Flaggenalphabet, macht Frühstück und eilt zur Schule. Eines Tages zeigen Umis Freundinnen ihr ein Gedicht in der Schülerzeitung, das sich offensichtlich an sie richtet. Der unbekannte Autor sieht ihre Flaggen jeden Morgen vom Meer aus.

From Up On Poppy Hill

In der Schule hat Umi dann ein ihr unangenehmes Zusammentreffen mit Shun, der sich zum Affen macht, um das Clubhaus der Schule – das Quartier Latin – zu erhalten. Shun, der sich als Autor des Gedichtes herausstellt, ist im Clubhaus auch für die Schülerzeitung zuständig und Umi hilft fortan mit. Obwohl sie im Haushalt so viel zu tun hat, verbringt sie ihre Nachmittage im Quartier Latin, das sie mit ihren Freundinnen zusammen putzt und auf Vordermann bringen möchte, damit das ehrwürdige Gebäude nicht abgerissen werden muss. Sie und Shun kommen sich näher, doch nach einem Besuch bei ihr Zuhause ändert sich sein Verhalten plötzlich, nachdem er ein Foto ihres Vaters sieht. Die beiden bleiben befreundet und kümmern sich weiter um das Quartier Latin, fahren dafür sogar nach Tokyo, wo gerade die Vorbereitungen für die olympischen Spiele auf Hochtouren laufen. Hier wollen die den Schulvorsitzenden dazu überreden, persönlich nach Yokohama zu kommen, um sich das Gebäude anzuschauen. Am selben Tag entscheidet sich, ob ihre Bemühungen für das Gebäude umsonst waren und ob ihre junge Liebe eine Chance haben kann.

From Up On Poppy Hill ist ein Film, wie man ihn von Ghibli erwartet. Schön, ruhig, ein bisschen traurig, tolle Musik, eine nicht ganz intakte Familie, ein bisschen Drama und eine unschuldige Liebe zwischen jungen Menschen. Wer Ghibli mag, wird den Mohnblumenberg lieben. Zwar fehlen fliegende Städte, schlaue Katzen, Magie und Totoros, aber Magie findet man auch hier, wenn man ganz genau schaut.

10 von 10 Mohnblumen