Filmreview: Guardians of the Galaxy

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GuardiansoftheGalaxyPlakat

Am 24. Juli luden Marvel und Pro7 zur Liveübertragung der Premiere zu Guardians of the Galaxy ein und ich hab mir den heiß erwarteten Streifen angeschaut.

Die Erde, irgendwann in den 80ern. Der kleine Peter Quill rennt weinend aus dem Krankenhaus, in dem Momente zuvor seine Mutter verstarb. Ihre letzten Worte handelten von Peters Vater, der nie anwesend war und den Andeutung zufolge nicht von der Erde stammte. Nur seinen Walkman – gefüllt mit den Hits der 80er – bei sich, rennt Peter raus, direkt vor ein Raumschiff, das ihn mit an Bord nimmt und davon fliegt.

Guardians of the Galaxy PosterEtwa 26 Jahre später: Peter (Chris Pratt) – denselben Walkman auf den Ohren – landet auf einem Planeten, um dort einen “Orb” zu stehlen. Dabei wird er entdeckt, kann aber fliehen und landet schließlich auf Xandar, wo er den Orb verkaufen möchte, anstatt ihn seinem “Boss” und quasi Adoptivvater Yondu zu überreichen. (Der ihn vor 26 Jahren auf der Erde entführte). Der Verkauf geht aber schief, weil Peter der Name “Ronan” (gespielt von Lee Pace) rausrutscht. Der ist nämlich hinter dem Orb her, hat schon von dem Diebstahl erfahren und Assassinin und Adoptivtochter des Superbösewichts “Thanos” Gamora (Zoe Zaldana) auf die Jagd nach dem Orb geschickt. Doch auch der Waschbär Rocket (gesprochen von Bradley Cooper) und sein baumartiger Freund Groot (gesprochen von Vin Diesel) sind hinter Peter her, da Yondu bereits ein Kopfgeld ausgesetzt hat. Ihre Auseinandersetzung auf Xandar wird vom Nova Corps – den Beschützern Xandars – beendet und die vier werden in ein Gefängnis im All geschmissen. Dort treffen sie auf Drax the Destroyer (Dave Bautista), der sich an Ronan für den Mord an seiner Familie rächen möchte. Die ungleiche Truppe rauft sich zusammen und flieht aus dem Gefängnis, um einerseits Geld aus dem Orb zu schlagen (Peter, Rocket und Groot) und andererseits Rache an Ronan zu nehmen (Gamora und Drax). Ronan, der den Orb für Thanos besorgen sollte, damit Thanos im Gegenzug Xandar für ihn zerstört, will ihn schließlich doch für sich selbst und schickt Nebula (Karen Gillan) – wie Gomora eine genetisch verbesserte, zum Morden ausgebildete Adoptivtocher Thanos’ – hinter Peter und den anderen her, die gerade dabei sind, den Orb an den Collector (wie in Thor 2 gespielt von Benicio Del Toro) zu verhökern.

Puh, das war die grobe Story. Warum Ronan unbedingt Rache üben möchte und wozu Thanos (übrigens auch in Avengers 2: Age of Ultron) einen Handlanger braucht, um an den Orb zu gelangen, war mir nicht ganz klar. Die Story ist größtenteils nebensächlich und dient hauptsächlich dem Zweck, die “Guardians of the Galaxy” (unsere fünf “Helden”) dem Publikum vorzustellen, die im Gegensatz zu Thor und Iron Man ja eher unbekannt sein dürften. Ein ominöser Bösewicht der aus irgendeinem Grund einen Planeten zerstören möchte und eine Bande Außenseiter, die sich zusammentun, um das zu verhindern. Am Ende geht es um coole Sprüche und Action, und davon bietet Guardians of the Galaxy genug. Bei der Story muss man ein bisschen das Gehirn ausschalten, aber wann muss man das bei Marvel nicht?

Insgesamt war ich dann doch ein bisschen enttäuscht. Was eine “Space Opera” im Star Wars-Stil sein sollte, war kaum mehr als eine Aneinanderreihung von ein paar Witzen und Explosionen. Chris Pratt – den ich vor dem Film nicht kannte – fand ich auf Bildern immer etwas “gewöhnlich” und auch bei den Guardians fand ich ihn eher unscheinbar und blass. Rocket und Groot sind super und man vergisst, dass sie “nur” CGI sind. Die beiden sind die heimlichen Helden des Filmes und die Catchphrase “I AM GROOT” wird das neue “HODOR”. Ganz bestimmt! Von Drax und Gomora werde ich wohl aber kein riesiger Fan werden. Ronan fand ich ganz gut, nicht nur, weil ich Lee-Pace-Fan bin, er war einfach so richtig schön böse. Aber leider auch nicht viel mehr, eher ein Bösewicht der sehr platten Sorte und erinnerte mich stark an Christopher Eccleston als Malekith. Kann Marvel keine Bösewichte? Bis auf Loki sind die doch in allen 10 bisherigen Verfilmungen (+ die Spider-Man-Filme) eher doof, flach und eindimensional. Aber was bringen Helden, wenn die Bösewichte auf der anderen Seite nichts taugen? Vielleicht legt Marvel in den Filmen auch einfach zu viel Wert auf die Helden und vergisst, den Gegenspielern vernünftige Hintergrundstories und einen glaubhaften Charakter zu geben. Dabei ist das doch mindestens so wichtig wie bei den Helden.

Ach und dann wäre da die 80er-Jahre-Musik und die popkulturellen Anspielungen. Footlose? Kenne ich nicht. Die ganzen Songs aus dem Soundtrack? Die meisten mal gehört, aber keine emotionale Bindung zu. Auch auf der Ebene hat der Film für mich nicht so recht zünden wollen, ich weiß nicht, wer hier als Zielgruppe angedacht war.

Fazit: für einen Sommerblockbuster okay, Stichwort: Popcornkino. Wer Avengers mochte, wird hier vermutlich viel Spaß haben. Wer ein neues “Star Wars” erwartet; eher nicht so.

Short Story Collab #5: Märchen

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SSC / Writing

Thema für Juni : #06: “Superkräfte” (1. – 31. Juli)

Junibeiträge:

Bianca
Steffi

Was ist das überhaupt?
Alle bisherigen Beiträge.

Disclaimer: ich hatte gedacht, dass mir das hier leichter fallen würde, vor allem, da Märchen eigentlich immer aus denselben Bausteinen bestehen. Nie zuvor hab ich so viele Geschichten nach 2/3 wieder verworfen. In der Schule hatten wir im Deutsch LK Märchentheorie und ich wollte meine Geschichte anders herum angehen, vom tiefen, psychologischen Kern heraus die Geschichte aufbauen. Aber irgendwie klappte das nicht und ich stand mir mal wieder selbst mit meinen hohen Ansprüchen im Weg. Das hier ist dann relativ schnell ganz am Ende entstanden – irgendwie braucht es doch immer die Deadline bei mir – und ganz zufrieden bin ich nicht, wirkt es doch viel zu nichtsagend. Aber für den nächsten Monat gelobe ich Besserung. Und: ich werde auf jeden Fall wieder auf Papier arbeiten, ich habe gemerkt, ich kann einfach nicht am Rechner schreiben. Zu viele Ablenkungen.

Es war einmal vor langer Zeit in einem weit entfernten Königreich, ein König und eine Königin, die mit Weisheit und Güte regierten und von ihrem Volk geliebt und respektiert wurden. Das Königreich war wohlhabend und lebte in Frieden mit den benachbarten Reichen, auch wenn diese oft neidisch auf den Wohlstand waren. Doch da der König gute Handelsbeziehungen zu allen anderen Ländern pflegte, waren alle glücklich und zufrieden. Der König und die Königin hatten nur ein Kind – eine Tochter – und insgeheim hofften die benachbarten Könige, ihre Söhne mit ihr verheiraten zu können, sobald sie alt genug wäre, um so ihre Reiche enger aneinander zu binden und mehr vom Wohlstand des Reiches ohne eigenen, männlichen Thronerben abzubekommen. Die Jahre gingen ins Land und die junge Prinzessin – ihr Name war Marina – wurde von Tag zu Tag schöner und da sie ebenso gütig wie ihre Eltern war, wurde sie vom ganzen Volk geliebt. Doch je älter sie wurde, desto häufiger musste sie sich den Fragen stellen, ob sie sich schon für einen der Prinzen aus den benachbarten Reichen entschieden habe, die immer häufiger zu Besuch kamen und ihr zaghaft den Hof machten.

Bald nahte ihr achtzehnter Geburtstag und das gesamte Königreich war in Feststimmung, hoffte doch jeder auf die Verkündung einer Verlobung. Doch Marina gefiel das ganz und gar nicht. “Warum muss ich denn einen der Prinzen heiraten?”, fragte sie. “Ich kenne sie doch kaum. Ist es nicht wichtiger, auf sein Herz zu hören?”
“Die Prinzen sind allesamt gute, tapfere und ehrbare Männer”, sprach die Königin, “Die Liebe kommt mit der Zeit, so wie bei deinem Vater und mir. Und als Prinzessin geht es dir zwar in vielen Dingen besser als allen anderen, dafür musst du aber aber auch die dazugehörigen Pflichten akzeptieren.”
“Ich wünschte, ich wäre keine Prinzessin”, schrie Marina und stürmte in ihr Zimmer.

Marinas Geburtstag kam näher und nach und nach fanden sich die Prinzen ein, die um ihre Hand anhalten sollten, fünf an der Zahl. Sie waren zum großen Fest eingeladen worden, doch kamen frühzeitig, in der Hoffnung, doch noch der Prinzessin erfolgreich den Hof machen zu können. König und Königin empfingen die Gäste, entschuldigten die Abwesenheit ihrer Tochter und versprachen, dass jeder Prinz ihr persönlich seine Aufwartung machen dürfe und zu ihrem Geburtstag schließlich die Entscheidung verkündet würde. Auch Marina teilten sie dies mit, die schließlich einlenkte. “Gut, ich werde jeden Tag einen Prinzen empfangen, aber ich verspreche nichts.” Doch schon am dritten Tag bereute sie ihre Aussage, ein Prinz war uninteressanter als der andere gewesen. Zwar waren sie alle tapfer und gutaussehend, sich aber dessen auch sehr bewusst und daran gewöhnt, dafür bewundert zu werden. Fest überzeugt, dass sie den nächsten zwei Prinzen ebenfalls einen Korb geben würde, zog Marina sich in den Garten zurück, ihren Lieblingsort im ganzen Schloss. Dort konnte sie mit ihren Gedanken alleine sein. Manchmal fühlte sich das Schloss wie ein Gefängnis an, doch hier war sie frei, hier war sie sie selbst, hier war sie ungestört. Doch… wer war das? An ihrem Platz am See saß ein junger Mann im Gras und las ein Buch. Er bemerkte ihre Ankunft, sprang auf und errötete. “Oh, ich wusste nicht, dass… ich wollte nur ein wenig alleine sein.”
“Schon gut, mir geht es genau so.”
Eine Zeit lang saßen sie still nebeneinander und beobachteten die Fische im See.
“Und vor wem versteckst du dich?”, fragte Marina.
“Vor meinem Vater. Er hat mich hier hin geschleppt, damit ich einer Prinzessin, die ich noch nie gesehen habe, den Hof mache.”
“Vielleicht ist sie ja nett”, schob die Prinzessin mit einem Lächeln ein.
“Vielleicht ist sie aber auch eine Hexe, die kleine Kinder zum frühstück verpeist”, sagte der Junge. “Wie dem auch sei, ich möchte selbst für mich entscheiden.”
Da offenbarte die Prinzessin ihre Identität und der Junge, der der fünfte Prinz war, staunte nicht schlecht und bereute fast seine Worte.
Am nächsten Tag gingen die beiden zu ihren Eltern, und teilten ihnen mit, dass sie sich selbst entscheiden wollten. Doch es kam, wie es kommen musste und ein Jahr später schon waren die beiden miteinander verheiratet. Und wenn sie nicht gestorben sind…

Review: Maleficent

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Filme / Filmkritiken / Review

Jede Geschichte hat mindestens zwei Seiten. Zwei Arten, auf die sie erzählt werden kann. Wir alle kennen die Geschichte um Dornröschen, oder zumindest glauben wir, sie zu kennen; Zur Geburt von Prinzessin Aurora besuchen sie drei * Feen und schenken ihr ihren Segen, doch auch die böse Malefiz (oder: Maleficent) kommt uneingeladen vorbei und verflucht das unschuldige Neugeborene. Am Tage ihres sechszehnten ** Geburtstages soll Aurora sich an einer Spindel stechen und in einen todesähnlichen Schlaf verfallen (bzw. sterben. Die dritte Fee ändert das in einen hundertjährigen Schlaf. Nicht so bei “Maleficent”). Doch warum tut Maleficent das?

MaleficentJeder – ob Held oder Bösewicht – hat eine eigene Vorgeschichte, eine Origin Story. Maleficents beginnt in einem Moor, einem abgetrennten Reich neben dem Königreich der Menschen. Die kleine Maleficent ist eine nette Fee und wird von allen geliebt. Trotz ihres Alters ist sie schon die mächtigste Fee im Reich und auch wenn es im Moor keine Könige gibt, schauen alle Fabelwesen zu ihr auf, nicht nur, wenn sie jeden Morgen quer über das ganze Reich fliegt. So wird sie auch gerufen, als die Grenzen des Reiches von einem Menschen überschritten werden. Die scheinbare Bedrohung entpuppt sich als ein abenteuerlustiger Farmersjunge, der in den geheimen Schätzen des Moors eine Möglichkeit sieht, seinem Farmersleben zu entkommen und im Schloss zu wohnen. Zwischen dem ungleichen Paar entsteht eine enge Freundschaft und – als sie älter werden – mehr, besiegelt durch “wahrer Liebe ersten Kuss”. Doch den Jungen zieht es ständig zum Schloss und irgendwann erscheint er gar nicht mehr.

Einige Zeit später eskaliert der stille Konflikt zwischen den beiden Reichen erneut und der herrschende König zieht in die offene Schlacht gegen das Moor, nur um direkt von Maleficent und den anderen Fabelwesen in die Flucht geschlagen zu werden. Auf seinem Totenbett verspricht der König demjenigen, der ihm Maleficents Kopf bringt, den Thron. Kurz darauf hat das Reich einen neuen König, der sich zum Ziel gesetzt hat, das Fabelreich endgültig zu zerstören. Nicht lange nach seiner Krönung wird er Vater eines kleinen Mädchens namens Aurora. Es folgt die Geschichte, wie wir sie kennen. Beziehungsweise wie wir sie aus dem alten Disney-Film kennen. Aurora wird von Maleficent verflucht und anschließend in Sicherheit von den drei Feen aufgezogen, fernab des Königreiches, wo ihr Vater mehr und mehr von dem Wunsch, Maleficent zu töten, zerfressen wird. Die verschanzt sich in ihrem Reich hinter einer undurchdringbaren Wand aus Dornen. Als Auroras sechszehnter Geburtstag naht, sind die Grenzen, wer hier nun der Held der Geschichte, und wer der Bösewicht ist, längst verschwommen.

Disneys Maleficent ist ein modernes Märchen und eine Neuinterpretation der eigenen Dornröschen-Geschichte, die sich komplett um Angelina Jolie als Maleficent dreht. Um aus Maleficent einen Bösewicht zu machen, für den man als Zuschauer sympathisiert, wurde die Geschichte an einigen Stellen so weit umgebogen, dass sie nicht immer Sinn ergibt. Wer nennt seine nette, kleine, liebe Feentocher “Maleficent” (“bösartig”)? Maleficent wünscht sich nie den Tod Auroras, sie wünscht von Anfang an nur den Schlaf des Mädchens, weshalb die dritte Fee einen unverbrauchten Wunsch hat. Der fällt in dem Film aber irgendwie unter den Tisch. Wieso gehen die Feen überhaupt zur Geburt des Kindes ihres Erzfeindes, der sie zerstören möchte? Maleficents Geschichte wurde hier und da geändert, damit sie nicht durch und durch böse erscheint, manchmal ohne Rücksicht darauf, wie sich das auf die Logik der Gesamtgeschichte auswirkt. Aber: Maleficent ist ein schön umgesetztes, unterhaltsames Märchen mit einer unglaublich guten Angelina Jolie in tollem Kostüm und Make-Up. Auf jeden Fall sehenswert, wenn man Märchen oder Angelina Jolie mag.

Apropos “Märchen”: habt ihr nicht Lust, mal ein eigenes Märchen zu schreiben?

* bei den Gebrüdern Grimm 12
** bei den Gebrüdern Grimm 15

Short Story Collab #4: virtuelle Realität

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SSC / Writing

Thema für Juni : #05: “Märchen” (1. – 30. Juni)

Maibeiträge:

Linda

(Es war spät und ich hab es mir vor Veröffentlichung nicht noch mal durchgelesen, das werde ich morgen nachholen, haltet euch also mit der Kritik zurück :) )
7:30 Uhr, der Wecker klingelt. Wie jeden Morgen steht Susan auf, springt unter die Dusche und macht im Anschluss Frühstück für sich und ihre beiden Töchter. Ihr Mann Robert war vor 2 Jahren gestorben. Autounfall. Auf dem Weg zur Arbeit. Susan hatte sich bis heute nicht an die Stille im Haus gewöhnt. Andere würden sich vielleicht über ruhige Kinder freuen, sie wünschte sich oft, dass ihre Kinder lebhafter wären. Generell erschien ihr das Leben oft eintönig, ereignislos, fast deprimierend. Aber so durfte sie nicht denken, sie musste für ihre Kinder da sein. Kinder! Die hatte sie fast vergessen. “Elly! Emma! Aufwachen! Frühstück ist fertig. Ihr kommt zu spät zur Schule.”
“Sind ja schon wach”, kam es gedämpft aus dem Kinderzimmer. Susan ging runter in die Küche, schaltete den Fernseher ein und packte die Schulranzen der beiden, während im TV irgendeine Doku über Schneefüchse lief, die sie gefühlt schon mehrere Dutzend Mal gesehen hatte. Sie packte den beiden Essen ein und beobachtete sie, während sie still ihr Müsli in sich hineinschoben. “Sie werden so schnell groß”, dachte sie bei sich. War das wirklich ihr Gedanke? Wurden sie schnell groß? Manchmal kam Susan die Welt wie im Stillstand vor, eingefroren. Wären da nicht Ereignisse wie der Tod ihres Mannes vor zwei Jahren. “Waren das wirklich erst zwei Jahre?” Es kam ihr länger vor, aber das konnte nicht stimmen. Oder doch? Sie riss sich aus ihren Gedanken hoch und schaute auf die Uhr. “Seid ihr fertig? Wir sind spät dran, ihr kommt zu spät zur Schule.”
“Jaja, wir machen ja schon.”
Kurz darauf ging sie zusammen mit den beiden die lange Straße der ruhigen Wohnsiedlung entlang, in der sie lebten. Hunderte identische Häuser mit Vorgärten. Vorort-Idylle. Auf dem Rasen neben dem viel zu sauberen Bürgersteig sah sie ein Kaninchen im Gras sitzen, bedächtig vor sich hin mümmelnd. Für manche das Paradies, sie würde lieber in der Stadt wohnen, aber für die Kinder war es besser so. Verbrechen oder Unfälle gab es hier keine. Stattdessen langweilige Grillpartys mit den ebenso langweiligen Nachbarn. Drei identische Blöcke weiter standen sie schon vor der Schule, wo zahlreiche Mütter ebenfalls ihre Kinder ablieferten. Mit zwei Küssen verabschiedete sie ihre Töchter in die Lehranstalt und kehrte um, nicht ohne ein paar der anderen Eltern, zuzunicken, unsicher, ob deren Kinder mit einer ihrer Töchter in dieselbe Klasse gingen. Irgendwie sahen hier alle gleich aus.
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Pixar’s Rules of Storytelling

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Writing

Schon was älter, aber ich poste das hier mal, damit ich es nicht wieder aus den Augen verliere.

Pixar's rules of storytelling

Ich habe gerade wieder das Finale der zweiten Staffel Sherlock gesehen, wie viel diese Serie – und viele andere – eigentlich falsch machen. Punkt 7 zum Beispiel “Come up with your ending before you figure out your middle. Seriously. Endings are hard, get yours working up front.” ist etwas, was Moffat überhaupt nicht macht.

Oder ganz wichtig: Punkt 16. “Coincidences to get characters into trouble are great; coincidences to get them out of it are cheating.” Bei Moffat passiert eigentlich alles nur durch Zufall und nichts muss erklärt werden. Charakter X stirbt und ist plötzlich doch wieder da? Muss man nicht erklären. Y ist in einer lebensbedrohlichen Situation? Egal, irgendein zufällies Deus Ex Machina wird ihn schon retten. Ging mir auch ähnlich, als ich zuletzt “Jack Ryan: Shadow Recruit” (oder jeden x-beliebigen anderen Spion/Heist-Movie) sah: so ziemlich alles funktioniert dort nur zufällig und weil alle Ereignisse sich ganz zufällig so ergeben, wie es für den Protagonisten am besten ist. Das stört mich ganz besonders an fast allen Heist-Movies, wenn der Held nur ans Ziel kommen kann, wenn 32 Ereignisse alle genau nach Plan ablaufen und natürlich ist das auch ganz zufällig so und am Ende ist das Passwort des sichersten Computers der Welt dann noch der Titel des Buches, das direkt neben dem PC steht. Sowas langweilt mich einfach und jeder macht immer wieder die selben Fehler. Dabei sind es nicht mal “Fehler” in dem Sinn, sondern einfach Faulheit. Also, liebe angehende Autoren: gebt euch ein bisschen mehr Mühe. Und denkt an die Worte George R. R. Martins: “”We’ve all seen the movies where the hero is in trouble — he’s surrounded by 20 people, but you know he’s gonna get away ’cause he’s the hero. You don’t really feel any fear for him. I want my readers, and i want viewers to be afraid when my characters are in danger, I want them to be afraid to turn the next page because the next character may not survive it.”

Denn wenn man weiß, was bei einer Geschichte passieren wird, hat man keinen Grund, sie zu lesen/anzuschauen.