Captain Obvious

I'm the Doctor

Neue TV-Serien

Ich habe gerade die beiden neuen Serien Caprica (Pilotfilm bis jetzt) und The Unusuals (3 Folgen) zu meiner Serien-Liste.

Caprica ist die Spin-Off Serie zu Battlestar Galactica und da BSG meiner Meinung nach die beste Sci-Fi-Serie überhaupt war, musste ich mir – trotz meiner Skepsis – den Pilotfilm zu Caprica natürlich ansehen.
Skeptisch war ich, weil die Serie 50 Jahre vor BSG spielt und Raumschiffe und so wohl keine zu sehen sein werden.
Im Pilotfilm – einer der besten Pilotfilme, den ich je gesehen habe – geht es hauptsächlich um die beiden Familien Adama und Graystone.
Den Anwalt Joseph Adama, dessen Frau und Tochter bei einem Bombenattentat ums Leben kamen und den Wissenschaftler Daniel Graystone, dessen geniale Tochter sowohl für die Erfindung der Cylons, als auch für das Bombenattentat eine wichtige Rolle spielte.

Zoe und ihre Freunde sind rebellisch, wie man es von Teenagern gewohnt ist. Wie auf Caprica üblich vergnügen sie sich in der von Zoes Vater erfundenen virtuellen Realität mit Gruppensex, Musik, Menschenopfern und dem Töten von Freunden mit Schusswaffen.
Doch Zoe, deren Intelligenz und Computerwissen selbst über die Vorstellung ihres Vaters, dem weltbekannten Wissenschaftler, hinausgeht, hat eine andere Beschäftigung in der virtuellen Welt gefunden. Sie hat einen Avatar von sich erstellt und es geschafft, ihr Erinnerungen und ihr Bewusstsein auf diesen zu übertragen.
Als sie mit ihren zwei Freunden den Planeten verlassen will, muss sie herausfinden, dass ihr Freund Ben die Sache mit dem Kampf für die monotheistische Weltanschauung etwas zu ernst nimmt und den Zug in die Luft sprengt.
In der Trauer um ihre Angehörigen kommen Graystone und Adama zusammen. Graystone entdeckt den Avatar seiner Tochter und nutzt diesen, zusammen mit einer geklauten Chip-Technologie, um seinem Cylon-Prototypen künstliche Intelligenz zu verschaffen.
Das Bewusstsein der Tochter ging dabei scheinbar verloren, es hat aber – wie sich zum Schluss herausstellt – noch etwas von ihr überlebt. Der erste Cylon hatte also das Bewusstsein von Zoe, was vermutlich auch die monotheistische Weltanschauung der späteren Cylons erklärt.

In der Serie erfährt man, dass Cylon für CYbernetic LifefOrm Nodes steht. Dadurch macht der deutsche Begriff “Zylone” also herzlich wenig Sinn.
Wie auch bei BSG sind die Animationen ziemlich gut, passen aber komischerweise oft nicht gut in die Umgebung. Cylons sehen immer gut aus, stehen aber nie richtig auf dem Boden. Irgendwer versteht da sein Handwerk nicht.
Ganz im Gegensatz zu Bear McCreary, einem der besten Filmkomponisten unserer Zeit. Selbst Bob Dylan hört lieber McCrearys Version von “All Along The Watchtower” anstatt seiner eigenen, könnte ich mir denken :-)
Abgerundet wird das ganze mit guten Locations, vielen Details im Hintergrund und erstklassigen Schauspielern, allen voran Eric Stoltz, den ich ziemlich gerne sehe, der aber leider viel zu wenig Kinofilme macht.
Esai Morales (Jericho, NYPD Blue, Miami Vice) spielt Joseph Adama, hinzu kommen noch einige sehr gut ausgewählte Kinderschauspieler (bzw. Jugendliche) wie Magda Apanowicz (Butterfly Effect), Alessandra Toreson und Avan Jogia. Ich lehne mich mal etwas aus dem Fenster und behaupte, dass kanadische Schauspieler, fernab von dem Hollywood-Trubel, einfach viel besser sind.

Der Pilotfilm geht leider nicht direkt der Serie voraus, die wird erst Anfang 2010 laufen.

The Unusuals ist eine Serie, die sich nur schwer beschreiben lässt.
Es geht um Polizisten im zweiten Distrikt in New York, aber wenn das alles wäre, würde ich das nicht gucken. Polizeiserien sind langweilig und gibt es auch genügend.
Wikipedia beschreibt die Serie als “modern times M*A*S*H” und M*A*S*H war die erste Serie, die ich regelmäßig geguckt habe.
Comedy-Drama steht dabei, viel kann man sich darunter nicht vorstellen.
Im Grunde geht es um die Polizisten, die ihren Job machen wollen, aber alle irgendwelche Probleme haben oder einfach nur abgedreht sind.
Da wäre Leo Banks (Harold Perrineau – The Matrix 2+3, LOST), der nicht ohne kugelsichere Weste aus dem Haus geht oder sein Partner Eric Delahoy (Adam Goldberg – Chandlers durchgedrehter Roomie bei Friends, Zodiac, Saving Private Ryan, A Beautiful Mind), der einen Tumor hat und der etwas suizidgefährdet ist.
Casey Shraeger (Amber Tamblyn) ist gerade neu in der Abteilung und muss mit Jason Walsh (Jeremy Renner – 28 Weeks Later, S.W.A.T., The Assassination of Jesse James by the Coward Robert Ford) zusammenarbeiten, dessen Partner in der ersten Episode getötet wurde. Der wohnt im Hinterzimmer eines Diners, der nur geöffnet hat, wenn Jason zufällig mal zu Hause ist.
Sehr schön auch Kai Lennox als Eddie Alvarez, der gerne das Ziel der Streiche von Jason ist und der von sich selbst in der dritten Person spricht.
Zu guter letzt gibt es noch Henry Cole (Joshua Close), der gar nicht wirklich so heißt, der jetzt ein guter Christ sein möchte und ständig in die Kirche rennt, dessen zwielichtige Vergangenheit ihn aber anfängt einzuholen.

Nach 3 Episoden kann ich eigentlich meist nicht sagen, ob mir eine Serie gefällt oder nicht, aber The Unusuals konnte mich direkt überzeugen, nicht zuletzt wegen der fantastischen Musik und der interessanten Charaktere und der Schauspieler.
Bleibt zu hoffen, dass die Serie das Niveau auf längere Zeit halten kann.

6 Responses to Neue TV-Serien

MILE says: Mittwoch,22. April 2009 at 21:39

Zwei Statements, denen ich persönlich grundsätzlich (und ohne weiteren Kommentar) mal widersprechen muss:

“…und da BSG meiner Meinung nach die beste Sci-Fi-Serie überhaupt war…”

“Polizeiserien sind langweilig…”

;)

Ansonsten werde ich mir ‘Caprica’ auf jeden Fall mal weiter ansehen, alleine schon in der Zuversicht, dass man hier auf das unglaublich aufdringliche und nervtötende “religiöse Element” von BSG verzichtet und sich mehr auf die Charaktere konzentriert…

Ebenso werde ich “The Unusuals” weiter in meiner Playlist behalten, habe hier aber die Befürchtung, dass die Serie es nicht bis zur zweiten Staffel schaffen wird…! Wäre schön, wenn ich mich mal irren würde… :)

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David says: Donnerstag,23. April 2009 at 0:29

Religion hatte ja in der Folge schon eine recht große Rolle, oder?

The Unusuals… naja, hat wie viele andere Serien nicht das Potential für viele gut Staffeln. Finde, sehr vieles hätte nicht mehr als 2 oder 3 Staffeln haben dürfen, siehe House, Monk oder Prison Break. Heroes vermutlich auch. Gute Sachen werden getötet, indem sie unnötig in die Länge gezogen werden.

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MILE says: Donnerstag,23. April 2009 at 1:04

So pauschal kann man das vielleicht nicht unbedingt sagen…ich denke, viele Serien hätten absolut genug Potenzial, aber es kommt eben auch immer drauf an, was die Produzenten und Autoren auf Dauer draus machen…

Zum Beispiel hätten (meiner ganz persönlichen und subjektiven Meinung nach) “Buffy” und “Angel” noch etliche Staffeln weiterlaufen können, weil beide Serien selbst nach sieben bzw. fünf Staffeln immer noch frisch, originell, unterhaltsam und fesselnd waren…! Aber vielleicht gibt es auch einfach zu wenige kreative Köpfe vom Schlage eines Joss Whedon…?!

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David says: Donnerstag,23. April 2009 at 1:22

Ich pauschalisiere und übertreibe gerne :-)
BSG hätte für mich auch weitergehen können, Heroes, Smallville, Prison Break, Scrubs.. finde ich alle toll, laufen aber alle schon weit über ihre Zeit.

Dollhouse ist ja auch von Whedon, wurde jetzt angeblich möglicherweise doch für eine zweite Staffel verlängert. Da glaube ich aber auch nicht, dass die Story mehr als 2-3 Staffeln hergibt.
Wobei man ja an LOST sieht, dass man auch wenig Handlung auf viele Staffeln strecken kann, ohne dass es zu stark negativ auffällt.

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juliaL49 says: Donnerstag,23. April 2009 at 9:20

Och, David, keine Empfehlungen aussprechen, während ich so schon hinterherhänge!
The Unsusuals werde ich mir sicher ansehen und auch Big Bang Theory, da du und jetzt auch Tobi (s. http://tobia.sgrab.de/2009/04/.....-it-crowd/ ) da so geschwärmt haben.

Zu eurer Diskussion: deswegen liebe ich britische Serien so sehr. Davon gibt es meistens nur 1-3 Staffeln und das auch noch mit nur 6-14 Folgen pro Staffel. Man hat zwar nicht so viel von einer Serie, aber dafür eine breitere Palette und knackigere Folgen, da nur die besten Ideen verarbeitet werden.
Dagegen spricht natürlich, dass viele Serien in der ersten Staffeln noch “ihre Stimme” finden müssen, aber da trennt sich eben die Spreu vom Weizen.

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David says: Donnerstag,23. April 2009 at 14:50

@juliaL49: gerade jetzt sind neue Serien doch gut, da die meisten Staffeln zum Sommer aufhören. Was willst Du sonst bis zum Herbst gucken?
Von BBT gibt es auch nur 2 Staffeln bis jetzt, die hat man in einer Woche geguckt :-)

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