Kick-Ass

Kick-Ass ist die nunmehr zweite Verfilmung eines Comics von Mark Millar und macht als solche so ziemlich alles richtig, was Wanted falsch gemacht hat.
Wanted war ein eher schlechter Streifen, der seine Vorlage mit gleichem Namen in jeglicher Hinsicht ignoriert, sämtliche gute Ideen weggelassen und etwas komplett anderes draus gemacht hat.
Da der Comic zu Kick-Ass schon seit Jahren nicht lieferbar ist (was nicht besonders schlau ist, wenn der Film dazu gerade anläuft), kann ich hier keine direkten Vergleiche ziehen, die Story des Comics ist mir aber bekannt und ist mit der des Films so weit ich das beurteilen kann identisch.
Der titelgebende Superheld heißt eigentlich Dave Lizewski, ist ein nerdiger, comic-liebender, Prügel einsteckender High School Schüler, der die meiste Zeit vor dem PC oder mit seinen zwei Freunden über Superhelden diskutierend im Comicladen verbringt. Warum hat noch nie jemand versucht, ein echter Superheld zu werden? Batman zeigt ja, dass es dazu nicht unbedingt besondere Kräfte braucht. Als sogar seine beiden Freunde ihn wegen dieses Hirngespinstes verspotten, nimmt Dave die Dinge selbst in die Hand, bastelt sich aus einem Taucheranzug ein Kostüm und patroulliert die Straßen. Keine gute Idee, stellt er fest, als er im Krankenhaus zu sich kommt. Doch die Dutzenden gebrochenen Knochen sind im Nu geheilt und dank geschädigter Nerven und jeder Menge Stahl im Körper kommt er einer Superkraft nun doch nahe: er kann mehr einstecken als Homer Simpson im Boxring und fühlt fast nichts. Als er drei Gangster seine Kräfte vor einem Diner spüren lässt, zücken die Zuschauer ihre Handys und Kick Ass wird über Nacht zum neuen Star auf YouTube und seine neu angelegte MySpace-Seite hat mit einem Schlag hunderttausende Fans. Doch entgegen seiner Vermutungen ist er nicht alleine und wird schon bald von Hit Girl und Big Daddy (Nicholas Cage) kontaktiert, die ebenfalls, wenn auch mit weniger Skrupel, gegen das Böse kämpfen. Big Daddy hat mit seiner 11jährigen Tochter Hit Girl den Plan, Frank D’Amico (Mark Strong), den Gangsterboss der Stadt zur Strecke zu bringen, der für seinen Gefängnisaufenthalt und den Tod seiner Frau zuständig ist. Die blutige Superheldenrealität wächst Kick-Ass schnell über den Kopf und er will sich zurück ziehen. Blöd nur, dass der Gangsterboss den öffentlich agierenden Helden hinter den Anschlägen auf seine Männer vermutet und ihn zur Strecke bringen will. Dabei ist ihm sein Sohn Chris (Christopher Mintz-Plasse) behilflich, der selbst als Superheld auftritt, um Kick-Ass’ Vertrauen zu gewinnen. Im Showdown im Hauptquartier des Oberbösewichts darf Kick-Ass schließlich beweisen, dass auch er ein echter Superheld sein kann.
Wie schon gesagt macht Kick-Ass vieles richtig und selbst der mir verhasste Nicholas Cage ist hier gar nicht so schlimm. Die Brutalität ist für manche vielleicht etwas zu viel, ein kleines Mädchen sollte einfach keinen erwachsenen Männern Arme und Beine abschneiden. Trotz allem ein witziger, rasanter Action-Streifen mit einem tollen Soundtrack. Unbedingt empfehlenswert.
Kick-Ass startet bei uns am 22. April.