Google Chrome – erster Test
Ich bin da nie so informiert, wundert mich aber, dass man da im Vorfeld nichts von gehört hat. Oder hat man? Hat Google das angekündigt, oder war das alles geheim?
Wie dem auch sei, kurz nach dem hübschen Comic von Scott McCloud (wirklich klasse Aktion von Google), kam auch direkt die erste Beta heraus.
Da es sich um Google handelt, bedeutet beta natürlich etwas anderes. Klar haben die betas von Google manchmal auch Probleme, auch sehr spät noch, aber das hat “fertige”, kostenpflichtige Software oft auch. Nichts ist fehlerlos.
So ist Chrome auch jetzt schon ein vollständiger Browser, fast nichts fehlt und wirklich alles funktioniert direkt tadellos.
Man lädt Chrome herunter, schließt den aktuellen Browser – falls man Bookmarks, Verlauf und Passwörter importieren möchte (was auch reibungslos funktioniert, wenn man seinen Browser nicht im Standardpfad installiert hat) – und schon kann es losgehen.
Was positiv auffällt, ist die Übersichtlichkeit. Die Webseiten stehen im Vordergrund und wenig lenkt davon ab. Zudem startet der Browser verdammt schnell, Webseiten laden bei mir allerdings langsamer, als im aktuellen Firefox.
Ziemlich überflüssig ist der Verlauf (sowas habe ich eh noch nie gebraucht), denn der zeigt alle besuchten Seiten in einer riesigen Liste an. Besser wäre ein ausklappbares Menü nach Tagen oder vielleicht sogar auch Monaten. Mit der Suchfunktion kann man die Liste durchsuchen, aber die Liste selbst ist absolut redundant.
Positiv an dem Browser ist die Stabilität. Jeder Tab läuft in einem eigenen Prozess, ein Fehler einer Seite bringt also nicht den Browser zum Absturz, sondern höchstens den Tab, in dem sie läuft. Das ist auch gut für die Speicherverwaltung, denn ein geschlossener Tab bedeutet, der reservierte Speicher wird komplett freigegeben, das ist bei Firefox & Co. nicht so.
Mit dem browsereigenen Task Manager kann man überprüfen, wo ein Fehler liegt, wenn doch mal irgendetwas hakt. So kann man einzelne Prozesse oder ein fehlerhaftes Plugin beenden, ohne den Browser schließen zu müssen.

Neue Tabs öffnen sich standardmäßig mit einer Liste der zuletzt besuchten Seiten (Screenshots), den letzten Suchen, den letzten Bookmarks und den zuletzt geschlossenen Tabs.
Ansonsten gibt es keine überraschenden Features. Man kann anonyme Tabs öffnen, in denen das Surfverhalten keine Spuren auf dem Rechner hinterlässt, was aber bei anderen Browsern auch schon drin war oder zumindest über Plugins möglich war.
Es gibt Suchen und Auto-Vervollständigen in der Adresszeile, Phishing-Schutz, usw.
Eigentlich selbstverständlich: alle von mir getestete Seiten sahen im Chrome genau so aus, wie sie auch aussehen sollten. Natürlich muss man als Webdesigner zukünftig vermutlich einen Browser mehr beachten (die Popularität wird rasant zunehmen, schon heute haben die das im ARD in den Nachrichten getestet, mit Sicherheit werden bald viele Leute Chrome nutzen), aber Sorgen wird der Browser vermutlich keine bereiten
Leider fehlt ein Werbeblocker, weshalb ich Googles Chrome erst nutzen werde, sobald es Adblock als Plugin dafür gibt. Auf Werbung im Web kann ich nun wirklich gut verzichten und auf eine entsprechende Block-Funktion im Browser schon lange nicht mehr.
Aber das wird sicherlich bald kommen, Chrome ist ja im Moment erst in der Version 0.2.149.27, zumindest die Nummer hört sich ja nach einer sehr frühen Beta an
In den Nachrichten zeigte man sich direkt wieder besorgt um die Auswirkungen von Google und das Wachstum.
Bald surfe man nicht mehr im Web, man surfe in Google. Aber wenn die Leute die Dienste alle freiwillig nutzen, dürfen sie sich auch nicht beschweren. Letztendlich kann jeder selbst bestimmen, wie viel er im Web preisgeben möchte. Ich persönlich sehe kein Problem darin, meine Mails bei Google zu speichern oder einen Browser von Google zu benutzen, das ist genau so sicher oder unsicher, wie die Alternativen auch.
Und schließlich ist Chrome Open Source, irgendwelche eingebauten Gemeinheiten von Google würden sofort entdeckt werden.

