Geld durchs Internet schieben mit Flattr
Flattr ist momentan in aller Munde bzw. in allen Tweets, doch was genau ist Flattr?
Flattr ist ein Micropayment-Dienst, und bei weitem nicht der erste. Was das genau ist? Nun, Micropayments sind Bezahlungen mit kleinen Geldbeträgen. Sowas machen Menschen erwiesenermaßen ganz gerne. Für ein Browsergame 10 Euro im Monat bezahlen? No way! Jeden Tag für 50 Cent Ingame-Währung kaufen? Sicher doch!
Kleine Geldbeträge sind beliebt und werden selbst von den geizigsten Menschen gerne bezahlt.
In vielen Blogs sieht man schon seit Jahren Bezahl-Links. Da steht dann sowas wie “Wenn dir der Artikel gefallen hat, spendier mir doch einen Kaffee” oder so.
Flattr vereinfacht das Ganze und macht es gleichzeitig noch ein bisschen komplizierter:
wer bei Flattr angemeldet ist, muss zuerst Geld auf sein Konto laden. Dann stellt man den monatlichen Betrag ein, denn man ausgeben möchte, 2, 5, 10 oder 20 Euro. Danach kann man fröhlich los-flattrn. Sieht man in einem Blog den Flattr-Button, einfach draufklicken und der Klick wird gezählt.
Der Clou: dabei findet noch keine Transaktion statt. Ich habe beispielsweise 2 Euro bei mir für einen ersten Test eingestellt. 2 Euro im Monat, die unter allen meinen Klicks verteilt werden. Klicke ich im Monat nur auf einen Flattr-Button, bekommt die Person 2 Euro von mir, klicke ich auf 10, bekommt jeder 20 Cent.
Warum benutzt man Flattr? Ganz klar, weil man selbst gerne Geld für seine Artikel haben möchte. Das ist in vielen Fällen auch durchaus berechtigt, denn je nach Blog kann es schon vorkommen, dass viele Stunden Arbeit in einem Artikel stecken, da freut man sich doch über ein paar Cent. Die Top-Artikel bei Flattr haben rund 200 Klicks, bei 10 Cent pro Flattr sind das schon 20 Euro für einen Artikel. Dazu muss man sagen, dass sich der Dienst noch in der privaten Beta befindet, es also noch nicht sehr viele User gibt. Doch werden die Beträge mit der Anzahl der User steigen? Mehr User heißt auch: mehr Beiträge auf die sich das Geld verteilen kann. Die richtig großen und bekannten Blogs werden damit sicher ein paar Euro verdienen können, die breite Masse, der bekannte Long Tail, ist derweil damit beschäftigt, Geld von A nach B zu schieben. Man flattrt (heißt das so?) vielleicht 10 Artikel pro Monat, die eigenen Artikel werden auch 10 Mal geflattrt, am Ende hat niemand was dran verdient. Außer PayPal, die bei einer Einzahlung von 5 Euro auf Flattr direkt mal 52 Cent Gebühren kassieren.
Erklärungsvideo von Flattr
Was fehlt?
Die Community! Ich will mich auf Flattr mit Leuten befreunden, direkt neue Artikel von Freunden da angezeigt bekommen, damit ich gute flattrn kann.
Aber verstärkt das nicht noch das Problem des Geld-herumschiebens? Vermutlich schon. Ich klicke bei meinen Freunden, die bei mir und keiner hat was davon. Außer wieder die großen Blogs, bei denen alle klicken.
Den Nutzen? Sehe ich für mich jetzt noch nicht so wirklich. Könnte er aber sein. Flattr als Alternative für Social Bookmarking zum Beispiel. Ich speichere Artikel, die mir gefallen, und spendiere dafür direkt noch ein paar Cent. Könnte man seine “Bookmarks” bei Flattr vernünftig verwalten, mit Tags versehen und so, würde das die Sache sehr nützlich machen. Ansonsten ist das nur ein weiterer der vielen Buttons, die unter Artikeln der meisten Blogs mit einer Zahl <= 2 herumdümpeln und eher nur traurig aussehen.
Was meint ihr? Ist das die Zukunft? Brauchen alle Blogs das? Keinen Bock zu kommentieren aber dafür 10 Cent bezahlen? Ich hätte da lieber die Kommentare, wenn ich ehrlich bin.
Achja, wer bei Flattr angemeldet ist, kann den Artikel natürlich flattrn ![]()
(Testweise nur mal in dem Artikel hier, wie gesagt, sieht blöd aus, wenn es unter jedem Artikel ist und niemand klickt. So wie auf die Social Bookmark-Icons, aber das ist ne andere Sache.)
Nein, ich habe leider keine Invites für Flattr, ich sage Bescheid, wenn welche eintreffen.
