FRIENDS
Vor kurzem habe ich mal wieder Friends komplett durchgesehen und dachte, das ist doch mal einen Artikel wert. Ein Review pro Staffel erspare ich euch mal, stattdessen nur ein Fazit zu allen 10 Staffeln.
Friends ist meiner Meinung nach die beste Sitcom aller Zeiten. Es war zudem auch meine erste Sitcom, die ich je gesehen habe (und das war dieses Jahrtausend) und die erste Serie, die ich, weil auf DVD ausgeliehen, auf Englisch geguckt habe. Wer Friends nicht kennt, hat was verpasst, das ist so, als würde man die Simpsons nicht kennen. Friends, eine der erfolgreichsten Serien aller Zeiten, handelt von den Roommates Chandler (Matthew Perry) und Joey (Matt LeBlanc), einem erfolglosen Schauspieler und den gegenüber wohnenden Monica (Courtney Cox Arquette) und Phoebe (Lisa Kudrow). In einem Rückblick sieht man Phoebe ausziehen, direkt in der ersten Folge tritt Monicas alte Schulfreundin Rachel (Jennifer Aniston) in die Gruppe und zieht mit Monica zusammen. Die verwöhnte Rachel, die sich alleine in New York zurecht finden muss, die alte Liebe zwischen Monicas Bruder Ross (David Schwimmer) und Rachel und ansonsten allgemeine Einleitungen prägen die erste Staffel, die viele für die schwächste der Serie halten. Fortan dreht sich das Beziehungskarusell, Ross versucht mit Rachel zusammen zu kommen, Rachel hat immer jemand anderes und wenn gerade nicht, ist Ross in einer Beziehung. Joey hat quasi jeden Tag in jedem der zehn Jahre einen One Night Stand mit einer Frau, an deren Namen er sich nicht erinnern kann (hier werden noch Werte vermittelt, liebe Zuschauer) und Chandler hat Janice (Maggie Wheeler), die er eigentlich hasst, die aber trotzdem immer wieder kommt.
In den zehn Staffeln versucht Joey, als Schauspieler Erfolg zu haben, Rachel, obwohl überhaupt keine Ausbildung, versucht sich im einzigen Gebiet, von dem sie Ahnung hat – der Mode – und hat damit sogar Erfolg (der amerikanische Traum) und die anderen suchen eigentlich nur nach einer funktionierenden Beziehung. Dabei gibt es jede Menge Hürden, zahlreiche Running Gags und Dutzende geniale Gaststars. Von Tom Selleck (Magnum) über Paul Rudd (Forgetting Sarah Marshall), Brad Pitt, Hank Azaria (Simpsons), Giovanni Ribisi (Avatar) als Phoebes Bruder, Kathleen Turner als Chandlers Vater(!!!), Elliot Gould (Ocean’s-Reihe) bis hin zu Bruce Willis: jede Menge große Namen sind vertreten. Courtneys Mann David Arquette ist ebenfalls dabei, Dylan und Cole Sprouse (bekannt aus The Suite Life of Zack and Cody) spielen Ross’ Sohn Ben, Adam Goldberg Joeys temporären Mitbewohner, und sogar Jean-Claude Van Damme und Charlie Sheen haben Gastauftritte.
Die meiste Zeit spielt Friends in einem der beiden Appartements oder im Café Central Perk, in dem die sechs erschreckend viele Stunden zu jeder Tageszeit verbringen. Wie in vielen US-Serien vermittelt auch Friends den Zuschauern das Bild des amerikanischen Durchschnittsbürgers, der quasi nie arbeiten muss, sich aber alles leisten kann. Paradebeispiel ist dafür Sex and the City, wo Carrie ein- bis zwei Mal im Monat eine einspaltige Kolumne in einer Zeitung schreibt, sich aber jeden Tag Schuhe für 500 Dollar kaufen kann.
Das hört sich alles recht einfältig an, trotzdem ist Friends zurecht eine der erfolgreichsten Serien aller Zeiten. Die Geschichten mögen manchmal etwas absurd sein, aber die Schauspieler sind fantastisch und passen perfekt auf die Rollen und die Serie lebt einfach von den genialen und urkomischen Dialogen.
Wer Friends im Original gucken möchte (wie bei allen Comedy-Serien ist die Synchro einfach fürchterlich), sollte sich alle Staffeln kaufen, allzu teuer ist das nicht. Doch Vorsicht! Es gibt eine recht günstige Gesamtbox, die leider wenig taugt. Doppelseitig beschriebene DVDs in mieser Qualität, bei denen zudem noch in jeder Folge mehrere Minuten weggeschnitten wurden.
Die neue Superbox bekommt man als Import aus UK für knapp 40 Pfund (ca. 45 Euro). Dafür bekommt man den erweiterten US-Cut jeder Folge und DVDs in guter Qualität. Das sind keine 5 Euro pro Staffel, der einzige Grund, dieses Angebot nicht wahrnehmen zu wollen wäre, wenn man auf die Blu-Ray Version von Friends wartet, die für dieses Jahr angekündigt wurde. Außerdem ist seit dem Erfolg des Sex and the City-Films eine Friends-Verfilmung im Gespräch, die bis heute aber nie bestätigt wurde.
Joey hat mit gleichnamigem Ableger eine eigene Serie bekommen, in der man sieht, wie Joey nach L.A. zieht, seiner Schauspielerkarriere wegen. Nach zwei Staffeln wurde die Serie allerdings wegen geringer Einschaltquoten (7-18 Millionen Zuschauer) abgesetzt. Friends-Produzenten Kauffman und Crane waren von Anfang an nicht an de, Spin-Off interessiert.
Lisa Kudrow spielt in Friends in mehreren Folgen eine Doppelrolle als ihre Schwester Ursula, die als Kellnerin in einem Restaurant arbeitet. Die gleiche Rolle spielt sie in der Serie “Mad About You” mit Helen Hunt in der Hauptrolle. Helen Hunt ist in einer Friends-Folge im Central Perk-Café und hält Phoebe für ihre Schwester.
Unwichtige Trivia, die sonst nirgends hin passte: in den letzten beiden Staffeln haben die Schauspieler alle $1.000.000 (in Worten: eine Millionen Dollar) pro Folge bekommen. Das sind mehr als 20 Millionen pro Staffel. Ich sollte Schauspieler werden.
Friends ist eine der wenigen Sitcoms, die ich gesehen habe und zählt meiner Meinung nach zu den besten Serien, die es gibt. Jeder, der es noch nicht getan hat, sollte dieser Serie eine Chance geben, es lohnt sich.
