Jeder weiß, dass ich viele Serien schaue; Serien sind die neuen Filme, eine gut gemachte Serie unterhält so viel besser und länger als jeder Film. Dass Serien immer aufwändiger produziert werden und immer mehr “echte” Schauspieler vom Film zur Serie wechseln, unterstreicht mein Argument vielleicht noch. Und gibt es was besseres als am Wochenende beim Frühstück die neuste Folge der aktuellen Lieblingsserie zu gucken? Ein Film wäre viel zu lang und bis man sich für einen entschieden hat, ist der Kaffee längst kalt. Aber genug der Einleitung, es folgt eine unsortierte Liste der 10 besten Serien aller Zeiten. Oder der letzten 10-15 Jahre.
Battlestar Galactica (2004)
Es ist Science-Fiction, aber auch irgendwie nicht. Es ist Mystery, aber nicht so extrem wie bei LOST. Die Mischung macht’s und die ist hier – bis auf ein paar Folgen – perfekt. Die Schauspieler sind toll und passend, das düstere, leicht heruntergekommene Setting genial und die Musik von Soundtrack-Gott Bear McCreary ist sowieso über jeden Zweifel erhaben. Jahrelang fieberte ich der Auflösung der offenen Fragen entgegen, wer die “Final 5″ sind, beschäftige unzählige Menschen und Foren, Blogs und auf Twitter. Von der tatsächlichen Auflösung waren dann doch ein paar Leute enttäuscht, dennoch bleibt Battlestar Galactica eine Serie, die jeder gesehen haben muss.
Story: Der Cylon-Krieg (der aus der alten Battlestar-Serie) ist lange vorbei, die Cylons in der Bevölkerung längst vergessen. Doch sie waren nie ganz weg. Im Geheimen haben sie sich weiterentwickelt, können jetzt das Aussehen von Menschen annehmen und warten noch immer auf ihre Rache. Mit einem riesigen Nuklearschlag vernichten sie die Kolonien der Menschen, nur wer zufällig gerade nicht auf den Planeten war, überlebt. Die vorhandenen Raumschiffe schließen sich zu einem Konvoi zusammen und machen sich unter der Führung von Admiral Adama und Präsident Roslin auf die Suche nach der mysteriösen 13ten Kolonie, die in den alten Schriften erwähnt wird, der Erde.
Doctor Who (2005)
Wie erklärt man am besten Doctor Who? Science-Fiction ist es nicht, aber es wird durch Raum und Zeit geflogen. Comedy ist es nicht, aber es ist oft witzig. Drama ist es nicht und Horror auch nicht, Elemente davon kommen trotzdem immer vor. Für jemanden, der Doctor Who nicht kennt, mag das Konzept verwirrend sein. Eine Serie, die seit Anfang der 60er läuft, die mittlerweile 800 Folgen hat und bei der die Schauspieler immer wieder wechseln, aber die gleiche Rolle spielen. Der Doctor, das muss man dabei erwähnen, ist nämlich ein 900 Jahre alter Timelord. Wenn Timelords kurz vor dem Tod stehen, können sie sich regnerieren und werden in neuem Körper und teilweise mit anderer Persönlichkeit, aber allen Erinnerungen, wiedergeboren. Dieser Doctor reist nun mit seiner TARDIS durch das Weltall, besucht alle möglichen Zeiten, dabei sehr oft die Erde, ganz besonders gerne London, und bewahrt diese häufig vor außerirdischen Bedrohungen. Begleitet wird der einsame Doctor, der letzte seiner Art, von einem oder mehreren Companions, meist von menschlichen Frauen von der Erde. Klingt verwirrend, bietet aber genug Möglichkeiten, Genres aller Art unterzubringen und hält die Serie durch den Wechsel der Schauspieler immer frisch und frei von Langeweile. Die Serie ist nach einer Pause 2005 fortgesetzt worden, ist aber so aufgezogen, dass sie für jeden verständlich ist, der erst ab 2005 einsteigt. Zumal man an manche der alten Folgen gar nicht mehr kommen kann. Seit 2 Jahren wird Doctor Who von BBC America koproduziert und hat seit dem leider etwas an Charme einbüßen müssen, zugunsten von aufwändigeren Sets und Effekten. Schade, hoffentlich besinnt man sich bald wieder auf die Werte, die Doctor Who zu dem gemacht haben, was die Fans (Whovians) aller Welt lieben.
FRIENDS
Egal wie oft man FRIENDS guckt, in der letzten Folge hat man Tränen in den Augen, weil man das Gefühl hat, gerade seine besten Freunde verloren zu haben. FRIENDS ist wunderbar gealtert, zeitlos und kann immer wieder geschaut werden.
Für die zwei Leute, die Friends, die Mutter aller modernen Sitcoms, nicht kennen: die Freunde Chandler und Joey, sowie die Freundinnen Phoebe und Monica wohnen in einem Gebäude jeweils gemeinsam in einer Wohnung. In der ersten Folge stößt noch Monicas nerdiger Bruder Ross und Ross’ Ex-Schwarm und Monicas ehemalige beste Freundin Rachel dazu. Gemeinsam erleben die 6 Freunde alle möglichen lustigen Dinge und es wird sich natürlich untereinander verliebt und wieder getrennt und Beziehungen mit anderen Personen außerhalb der Gruppe sorgen für Abwechslung. Neben den beiden Wohnungen ist das Café “Central Perk” Dreh- und Angelpunkt im Leben der ungleichen Freunde, nur selten wechselt der Schauplatz, was auch daran liegt, da FRIENDS vor Live-Publikum aufgenommen wurde.
Entourage
Buddy-Comedy mit Drama-Elementen und vielen Einblicken in das Leben der Reichen und Schönen in Hollywood. Vincent Chase hat gerade seinen Durchbruch als Schauspieler geschafft und zieht mit seinen besten Freunden aus Queens nach Hollywood zu seinem Bruder, der vor Ewigkeiten selbst mal kurz erfolgreicher Schauspieler war. Zusammen mit Vincents Agenten und jeder Menge Gaststars (mindestens einer pro Folge) erlebt die Truppe in der von Mark Wahlberg produzierten Serie alle Höhen und Tiefen des Schauspieler-Daseins. Vom gefeierten Schauspieler in James Camerons Blockbuster “Aquaman” bis zum drogenabhänigen Skandalschauspieler, der mit einer Pornodarstellerin (Sasha Grey) zusammen ist, ist alles dabei. Selten habe ich mit einer fiktiven Gruppe Menschen so mitgefiebert und selten war ich so traurig als es vorbei war. Als hätte man seinen besten Freund verloren. Das schaffen nur die wenigsten Serien/Filme/Bücher.
Game of Thrones
Game of Thrones ist die beste Fantasy-Serie, die es zur Zeit gibt. Was nicht schwer ist, gibt es ja kaum richtige Fantasy-Serien, mal abgesehen von diesem ganzen Vampirquatsch. Game of Thrones basiert auf der “A Song of Ice and Fire”-Reihe von George R.R. Martin und schafft, was nur wenige Verfilmungen schaffen: es ist besser als die Vorlage. Gut, das ist bei der Vorlage auch nicht schwer, Martin hat zwar ein Gefühl für gute Geschichten, aber keine Ahnung von Dramatik, von Spannungsbögen und guter Erzählung. Alleine die Tatsache, dass jedes Kapitel aus der Sicht einer einzelnen Person erzählt wird, die dann auch gerne mal 600 Seiten lang nicht mehr vorkommt, hat mich beim Lesen verrückt gemacht. Hier ist die Serie viel besser strukturiert und schreitet auch zügiger voran. Fantasy-Hasser sollten Game of Thrones eine Chance geben, in erster Linie geht es hier um Politik, Intrigen und Drama (und sehr viel Sex), Drachen kommen nur am Rand vor und sonstige Fantasy-Elemente gibt es kaum. Mal abgesehen vom Schauplatz. Auch wenn fraglich ist, ob es hier jemals eine vernünftige Auflösung geben wird (die Buchreihe ist noch nicht abgeschlossen und jedes 1000+ Seiten-Buch bringt die Story nur sehr, sehr langsam voran) gucke ich die Serie doch in erster Linie, weil ich wissen möchte, wie es ausgeht, aber auf die Bücher keine Lust mehr habe. Aber die Serie ist spannend und hat eigentlich alles, was eine gute Serie braucht.
Winter is coming!
to be continued..

Oh ha, bis jetzt kann ich nur bei Game of Thrones zustimmen. Bin auf den nächsten Teil gespannt.
Weil du den Rest nicht kennst? Oder weil du die anderen Sachen doof findest?
Und: mach mir nicht so nen Druck, der Artikel hier war bestimmt auch 3 Wochen lang als Entwurf im Blog, ich bin nicht so schnell
@David: Doof klingt zu negativ. Habe in alle mal reingeschaut und Entourage fand ich auch ganz lustig, aber keine verführt mich zum weiter gucken. Bei Dr. Who schreckt mich die große Anzahl an Folgen ab, die ich nachholen müsste.
Sehr gute Auswahl; in loser Reihe folge, oder hab ich was überlesen?
Lediglich Bei Friends scheidet sich mein Geist, ich fand das furchtbar cheesy, forciert, overacted und der laugh-track hat mir die Nerven geraubt.
Ist es ein Laugh-Track? Ist ja vor echtem Publikum aufgenommen. Weiß ich echt nicht mehr.
Nein, die Reihenfolge hat nichts zu sagen, ist einfach nur, wie es mir in den Sinn kam.
Game of Thrones – Check
Entourage – Check
Die anderen drei habe ich nie gesehen, aber selbst deine Beschreibungen fixen mich nicht an, die mal zu beginnen. Ich bin gespannt auf den Rest.
Also bis auf Friends kann ich leider nicht die Meinung hier Teilen.
Ist natürlich aber auch reine Geschmackssache.
Eine interessante Aufstellung! Bisher kann ich auch nur “Friends” komplett unterschreiben. “Game of Thrones” muss sich erst noch langjährig beweisen und “Battlestar Galactica” war zwar gut, aber eben auch nicht für die Ewigkeit – in meinen Augen natürlich…
Friends wurde vor einem Livepublikum aufgenommen und die Leute haben dafuer stundenlang angestanden, aber das nur am Rande.
Ich kenne nur zwei davon (die auch in meiner Liste waeren), aber die anderen drei interessieren mich nicht wirklich. Allensfalls BG vielleicht, da es mir von sehr unterschiedlichen Seiten empfohlen wurde.
Um den Druck zu erhoehen: bin ebenfalls gespannt auf den naechsten Teil.
Battlestar habe ich leider nur die erste Staffel gesehen und muss ich dringend vortsetzen. Dr. Who und ich sind nie Freunde geworden, aber ich kenne auch nur die ganz alten Folgen. Friends kann ich überhaupt nicht leiden. Entourage kenne ich überhaupt nicht, hört sich aber sehr spannend an. Und Game of Thrones: yeyy.
Wäre noch cool, wenn du nach den nächsten 5 auch eine persönliche Platzierungsliste machen würdest.
@kamil: Platzieren ist doof. Ich kann nicht sagen, oder Entourage oder Game of Thrones besser ist, weil das überhaupt nicht vergleichbar ist. Ich mag keine Wertungslisten. Ich kann dir auch ohne Probleme meine Lieblingsfilme sagen, aber ob nun der Pate besser als Star Wars ist? Das kann und will ich nicht entscheiden.
Battlestar Galactica – habe ich geliebt
Doctor Who – auch eine meiner Lieblingsserien
Friends & Entourage – nie gesehen, aber hole ich vielleicht nach
Game of Thrones – zwiegespalten. Einerseits ist die Geschichte straffer erzählt, andererseits aber auch zu schnell – besonders in der zweiten Staffel. Ich sehe die Serie eher als ideale Ergänzung zu den Büchern und umgekehrt. Nur die Serie finde ich gut, aber nicht großartig…
BG will ich auf jeden Fall mal nachholen.
Bei Doctor Who will ich, wenn überhaupt, ganz am Anfang beginnen. Und da sind mir 800 Folgen echt zu viel. Aber wer weiß, vielleicht mach ich’s irgendwann mal.
Hab die erste Staffel Friends zu Hause liegen. Ist für mich aber eher so ‘ne “Ich mach’s an und mach währenddessen irgendwas anderes”-Serie.
Entourage muss ich mir auch mal geben.
Game of Thrones. Hm. Irgendwie interessiert mich das Setting überhaupt nicht. Muss mir irgendwann mal ein paar Folgen anschauen.
Das Problem bei all den Serien ist, dass ich mir fest schwor, jede Serie, die ich schaue, zu kaufen. Und das geht ins Geld.
@Heffa: da bei Doctor Who 106 Episodes (wahrscheinlich) unwiederbringlich geloescht wurden und damit 27 Serials der ersten beiden Doktoren unvollstaendig sind, kannst du beruhigt mit dem neunten von 2005 anfangen. Das hat David ja auch geschrieben. Und z.B die ersten vier Staffeln (die nicht in HD gedreht wurden) gibt es relativ guenstig in einer Box.
@Heffa: Ich machs so: ich kaufe jede *gute* Serie, nachdem sie komplett gelaufen ist, wenn sie mir wirklich gefiel
Hab die meisten der genannten Serien nicht gesehen. Doctor Who interessiert mich, aber ich trau mich nicht das zu gucken, weil ich ja wenn ich erst mal damit angefangen habe, dann alle Folgen sehen will und das wird ewig dauern. BSG hat mir nicht so gefallen. Ich warte dann mal auf deine weiteren fünf Vorschläge (aber Breaking Bad sollte dann schon dabei sein
)
Breaking Bad wird nicht dabei sein, da ich das nicht gesehen habe
Tolle Artikelserie, da ich auch gerade zum Serienfreak mutiere. Sehr sehr sehr zu empfehlen, auch wenn die Beschreibung dazu doof klingt, ist Everwood. Wenn Du magst, leih ich Dir die DVDs mal.
Bin auf jeden Fall auf Teil 2 gespannt.
Finde solche “die besten aller Zeiten”-Sachen immer sehr problematisch, um sie für mich selbst zu entwerfen, weil ich mir selbst auch nicht zutraue, da schon genug gesehen zu haben, um das auch wirklich verlässlich beurteilen zu können.
Auf meiner HP siehst du u.A., dass ich das gerade mit Serien aus dem SciFi-Bereich vorhabe – und auch hier ist BSG vertreten. Aber das wird wohl keine “aller Zeiten”, sondern mehr eine “meiner Meinung nach und unter Vorbehalt”-Liste.
Farsacpe und Firefly wären für mich auf jeden Fall auch Kandidaten, ebenso darf Akte X da eigentlich kaum fehlen. Und sei es wegen der jungen historischen Bedeutung der Serie.
Gerade bei Literaturverfilmungen wie z.B. GoT tu ich mich immer etwas schwerer, weil das Originäre da natürlich abgeht und man “nur ” eine bereits existierende Geschichte in ansprechendem Tempo bebildern muss. Nichtsdestoweniger ein GoT natürlich ein Mammut von einer Serie.
Friends würde ich übrigens auch zustimmen. Entourage kenne ich zugegebener Maßen gar nicht richtig und mit Dr. Who werde ich – auch bei mir zu lesen – nicht so richtig war. Aber das mag auch meinem schlechten Geschmack zu schulden sein. ; )
@David:
Da Du bisher guten Seriengeschmack hast: Schau das sofort an. Filmtechnisches, dramatuergisches, akustisches, schauspielerisches, … Meisterwerk.
Tja, da dachte ich, ich verstehe dieses Kommentarsystem.
Mein Kommentar sollte unter “Breaking Bad wird nicht dabei sein, da ich das nicht gesehen habe”, aber eben an Dich gerichtet und nicht an “Yjgalla”.
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WANN KOMMT ENDLICH TEIL 2 MANN!!???!?!
@Korbi: Darauf habe ich gewartet.
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Dir scheinen zwei Serien entgangen zu sein (nicht nur Breaking Bad) sonder auch Sopranos.
Beide Serien ein muss für jeden Serienliebhaber!