Captain Obvious

I'm the Doctor

Dexter / Californication

Am Montag starten in Deutschland zwei Serien des zweitgrößten Pay-TV Senders der USA, nämlich Showtime. Zweitgrößter und einer der ältesten, da verwundert es zu hören, dass Dexter so ziemlich das erfolgreichste ist, was der Sender je hervorgebracht hat. Zumindest hatte das Staffelfinale höhere Quoten als alles andere zuvor in der 30jährigen Geschichte des Senders.

Dexter beruht grob auf den Romanen Darkly Dreaming Dexter (deutscher Titel: Des Todes dunkler Bruder) und Dearly Devoted Dexter (Dunkler Dämon) von Jeff Lindsay.
Ich bin gerade bei Staffel 3, deshalb versuche ich, nicht zu viel zu verraten :-)

Dexter Morgan (Michael C. Hall – Six Feet Under) ist Gerichtsmediziner, spezialisiert auf Blutspritzeranalysen. Zusammen mit seiner Schwester Debra arbeitet er im bzw. für das Morddezernat des MMPD (Miami-Metro Police Department), bei dem auch schon Debras Vater und Dexters Adoptivvater Harry arbeitete.

as long as you’re seeing Little Miss ‘Pardon My Tits.’ I’m sorry, Dex, but she is gross. And pale, and nobody is pale in Miami. She is obviously a vampire. A gross, English, titty vampire.

Bei einem Einsatz fand Harry den jungen Dexter und adoptierte ihn. Details erfährt man erst später und ich möchte euch ja nicht die Spannung verderben.
So weit, so langweilig.

Das Interessante ist, dass Dexter seit seiner frühen Kindheit eine unbändige Mordlust hat. Da er sich an nichts vor seiner Adoption erinnern kann, weiß er die Ursache auch nicht. Anstatt ihn zu verachten oder zu verstoßen akzeptiert Dexters Vater diese Mordlust (von der Debra natürlich nichts mitbekommen darf) und trichtert ihm Regeln ein.
Man kann es nicht unterbinden, also muss man es in die richtige Richtung lenken.
Harry bildet Dexter aus und lehrt ihn, gründlich zu arbeiten und seine Spuren zu verwischen, um diesen Trieb später dann auf Menschen anzuwenden, die den Tod verdient haben. Mörder, die aufgrund von Fehlern oder mangelnder Beweislage wieder freigelassen werden mussten zum Beispiel.

Jahre später arbeitet Dexter also im Labor des Police Departements, spielt seinen Kollegen den netten Kerl, seiner Schwester den fürsorglichen Bruder und seiner Freundin Rita den verständnisvollen Freund und Ersatzvater für die Kinder vor.
Doch was keiner weiß: Dexter verfügt über keinerlei Gefühle, er hasst den Umgang mit Menschen, weil er ständig so tun muss, als sei er einer von ihnen, um nicht aufzufallen.

Dexter (copyright: Showtime)

Dexter (copyright: Showtime)

Sein anderes Geheimnis: nachts exekutiert er auf blutigste Weise Verbrecher, zeigt ihnen zuvor noch Fotos seiner Opfer, bis sie ihre Tat gestehen. Dann zerteilt er die Körper und versenkt sie in der Bucht von Miami.

In der ersten Staffel treibt ein Killer, der total ausgeblutete Leichenteile hinterlässt und scheinbar nur für Dexter persönlich mordet, in Miami sein Unwesen als der Kühllaster/Icetruck-Killer.

In der zweiten Staffel droht Dexter aufzufliegen, das FBI rückt an und er muss fürchten, als das Monster, das er ist, bloßgestellt zu werden.

Vince Masuka: [talking about FBI agents] Who wears a wool suit in the middle of summer in Miami? [after a pause] Nazis.

Dexter ist eine sehr lustige Serie, was man bei dem Thema vielleicht nicht denken mag. Manchmal wird es blutig, aber das ist eher harmlos.
Eigentlich ist Dexter gewaltverherrlichend und vermittelt die Botschaft, Mord sei okay, solange man die richtigen Leute tötet, aber darüber darf man hinwegsehen.
Auf RTLII wird man wohl trotzdem nur extrem gekürzte Episoden zu sehen bekommen, denn sämtliche Folgen sind meist zwischen 55 und 58 Minuten lang und ein Sendeplatz für Serien hat nur 45 Minuten.
RTLII bläht die Episoden mit Werbung auf 75 Minuten Länge, na viel Spaß dabei!
Cool finde ich auch den Soundtrack, der größtenteils aus kubanischer Musik besteht.
Und natürlich Die This Way von Jon Licht, was immer im Abspann kommt.

Davor kommt auf RTLIICalifornication.
Californication hat mich von Episode 1 an überzeugt, tatsächlich habe ich die gesamte Staffel an einem Tag (die Folgen gehen nur 25 Minuten, die Staffel hat 2 Folgen) geguckt.
David Duchovny kennt man ja eigentlich nur aus Akte X, oder? Im Kino habe ich den auch schon gesehen, z.B. in Things we lost in the fire, aber vor Californication hätte ich nie gedacht, dass Duchovny eine so coole Sau (entschuldigt meine Straßensprache) sein kann.

Yeah, I googled myself but I never cheated on you

Hank Moody ist ein One Hit-Wonder in der Schriftsteller Szene. Er hat ein erfolgreiches Buch geschrieben was sogar auch verfilmt wurde, doch besonders seit er mit seiner Ex-Freundin Karen nach Miami gezogen ist kann er gar nicht mehr schreiben. Was seinen Freund und Agenten Charlie Runkle (Evan Handler – Sex and the City) zum Glück nicht übermäßig stört.

Karen und Hank haben eine gemeinsame Tochter – Rebecca – mit der Karen bei ihrem Verlobten Bill und dessen Tochter Mia lebt.
Hank will eigentlich zurück zu Karen, doch da die ihn abweist, angelt der erfolglose Schriftsteller sich jede Nacht eine andere.
Unwissentlich auch Bills Tochter Mia, die Hank geradezu vergöttert. Das ist in vielerlei Hinsicht unangenehm, da Karen, Rebecca und Mia ja in einem Haus wohnen. Und natürlich, weil sie erst 16 ist, was sie auch immer gerne als Druckmittel gegen Hank benutzt.

Hank versucht also, Karen zurückzugewinnen, wieder ein Buch zu schreiben und hat dabei praktisch in jeder Folge Sex mit einer anderen Frau, was öfters zu unangenehmen Situationen führt (die Amis machen ja auch nie ihre Wohnungstüre zu).
Dazu gibt es jede Menge cooler Sprüche von Duchovny – einfach genial die Serie.
Die gesamte Geschichte ist leider nach einer Staffel erzählt, weshalb es auch fraglich ist, ob es nach den 12 Episoden überhaupt weitergehen wird. Schon wieder falsch. Ab dem 28. September gibt es die zweite Staffel Californication.

Hier ein paar meiner Lieblings-Quotes, die ich fleißig mitgeschrieben habe :-) :

Echte Schrifsteller halten nicht viel vom Blogging.

- Are you familiar with Hell-A Magazine?
- Hell no!
- They would like you to blaaawwwwg for them
- Fuck me – must be my trick ear but I thought you said “blaaawwwg”

Hat was gegen Scientology (Sympathiepunkte dafür):

It could be worse. Instead of finding out your husband was gay, you could’ve found out that he was – scientologist or something like that.
- I’m a scientologist, Hank.
… or a Nazi. Or Al Qaeda.

Und ist Musikfan (Vinyl):

You have a dog named Cat Stevens? Holy Fuck!

Honey, to quote The Clash, should I stay or should I rock the Casbah?

Mein neues Liblingszitat: Apathy kills, Hank! – I don’t care

Internetslang mag Hank gar nicht:

- What is your issue with LOL?
- I don’t have an issue, unless you count the fact that every time you say it, you’re contributing to the death of the english language.
- So, let me get this straight. You’re gonna let the fact that I just said LOL get in the way of me giving you the best BJ of your life?
- Not when you put it that way. Yeah, I’m not the biggest fan of the term BJ Either.

You know, it’s not fair to say brb and then never actually brb?

Achja, dem Alkohol ist Hank auch nicht ganz abgeneigt:

Rehab is for quitters

8 Responses to Dexter / Californication

Pierre Markuse says: Samstag,27. September 2008 at 14:40

Gut, als Extremfan von Akte X bin ich wohl nicht ganz objektiv, aber Duchovny ist für mich einer der besten Schauspieler aller Zeiten. Trotz seines, wie manche manchmal sagen “Stoneface”, hat er absolut ein großes Talent.

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Andy says: Samstag,27. September 2008 at 15:29

Californication rockt richtig. Und das Coole: Übermorgen läuft die 2. Staffel an ;)

Mit Dexter hingegen bin ich nicht so warm geworden…

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David says: Samstag,27. September 2008 at 19:25

Ja, das die zweite jetzt kommt, sagte ich ja. Aber wie auch gesagt, ich kann mir nicht vorstellen, dass die gut wird. Die Geschichte ist erzählt, Sexeskapaden kann es nicht mehr geben, eigentlich nur eitel Sonnenschein, das wäre ja langweilig.

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Max says: Samstag,27. September 2008 at 20:10

Californication ist echt so geil. Hoffentlich kommt bald die zweite Staffel raus.

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m.o.m. says: Montag,29. September 2008 at 13:25

Dexter war eine grandiose Serie. Spannend und man wird leicht shizophren (mag ich ihn nun oder mag ich ihn nicht).

Mir haben die ersten Staffeln auf Premiere jedenfalls extrem gut gefallen. interessante Wendungen und… naja schaut selbst.

Es lohnt sich, wenn man Wert auf intelligente und gut gemachte Serien legt.

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David says: Montag,29. September 2008 at 13:43

Wieso “war”?
Staffel 3 startet in den USA gerade, Folge 1 gibt es seit einer Woche.

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m.o.m. says: Montag,29. September 2008 at 23:21

“War” im Sinne von den ersten beiden Staffeln die ich bisher gesehen habe.

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Pingback: brb

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