Review

Alice in Wonderland

Die mittlerweile 19-jährige Alice Kingsley träumt jede Nacht den selben Traum, hat aber keine Ahnung mehr, dass es sich in Wirklichkeit um eine Erinnerung an ihre Erlebnisse im Wunderland als kleines Kind handelt. Sie hält sich für ein bisschen verrückt, aber ihr verstorbener Vater hat ihr immer gesagt, dass das nichts Schlechtes sei also sieht sie nicht ein, sich für ihre Mutter oder ihren vermutlich Zukünftigen, den Lord Hamish, “normal” zu benehmen. Gerade als Hamish um ihre Hand anhalten möchte, rennt Alice weg, dem Hasen hinterher, den sie schon den ganzen Tag in der Gegend herumrennen sieht. Sie fällt in ein Loch und landet in einem Raum voller verschlossener Türen. Die einzige Türe, die sich mit dem auf dem Tisch liegenden Schlüssel öffnen lässt, ist zu klein für sie. Da liegt es nahe, das mysteriöse Fläschchen zu leeren, steht ja auch “Drink me” drauf. Sie schrumpft, doch jetzt ist sie zu klein, um an den Schlüssel zu kommen. Also den Kuchen essen, der auf dem Boden liegt. Sie wächst, ist aber wieder zu groß. (Die flüsternden, versteckten Beobachter zweifeln beim Anblick ihrer Versuche, ob sie die richtige Alice sei). Schließlich schafft sie es und landet im “Underland”, wo schon mehrere sprechende Tiere und merkwürdige Gestalten auf sie warten. Alice, die sich noch immer nicht an ihre früheren Abenteuer erinnern kann, glaubt in einem Traum zu sein. Sie soll die Herrschaft der Red Queen beenden und dazu den Jabberwocky töten, verlangen die befremdlichen Wesen. Alice trinkt und isst zwar alles, wenn man es von ihr verlangt, aber darauf hat sie jetzt doch keine Lust. Die Gruppe wird von den Schergen der Red Queen angegriffen und Alice wird von den anderen getrennt. Sie trifft auf die Cheshire Cat, die ihr den Weg zum Mad Hatter zeigt. Der hat natürlich schon auf die gewartet, möchte er doch schließlich auch von ihr, dass sie den bösen Jabberwocky erledigt. Als der verrückte Hutmacher geschnappt wird, setzt Alice alles daran den Kerl, den sie seit maximal 10 Minuten kennt, zu retten und begibt sich in das Schloss der bösen Königin. (Wobei man nie wirklich weiß, wer jetzt auf wessen Seite ist). Dort muss sie aber sowieso hin, denn da ist das Schwert versteckt, mit dem man den Jabberwocky töten kann, was fast jeder Einwohner des wunderlichen Landes von Alice verlangt, auch die weiße Königin, die selbst keinen Finger krum machen will, um die Herrschaft über das Land zurück zu erlangen. Alice gibt schließlich den Widerstand auf und macht alles, was man von ihr verlangt, weil sie nun doch die “richtige” Alice geworden ist, auf die alle gewartet haben. Obwohl sie ihr Leben für die Anhänger der White Queen riskiert hat, hat sie trotzdem kein Interesse, im Wunderland zu bleiben. Stattdessen sagt sie allen in ihrer echten Welt mal gehörig die Meinung, steigt ins Geschäft ihres toten Vaters ein und bereist auf einem Schiff die Welt. Während der Avril-Lavigne-unterlegte Abspann läuft, sieht man das “to be continued” quasi auf der Leinwand stehen.

Ich gebe zu, ich kenne die echte Alice-Geschichte gar nicht und auch den alten Disney-Film kenne ich nicht. Vielleicht muss man Fan sein, um Burtons Alice in Wonderland schätzen zu können, mich hat die neuste Zusammenarbeit des verrückten Trios (Burton, Depp, Bonham-Carter) eher enttäuscht. Gerade diese abgedrehte Vorlage in Kombination mit dem Trio hätte doch beispiellos verrückt, irrsinnig und farbenfroh sein müssen. Stattdessen fühlt man den Einfluss Disneys, die einen kindgerechten Familienfilm fordern und Burton scheinbar vorgegeben haben, wie weit er gehen darf. Anders kann ich mir dieses wenig überzeugende, blasse Werk nicht erklären. Selbst Johnny Depp ist enttäuschend und seine Breakdance Einlage einfach nur albern. Wer Alice unbedingt sehen will, sollte das unbedingt im O-Ton machen, Alan Rickman, Stephen Fry, Michael Sheen und Christopher Lee darf man sich nicht entgehen lassen. Die Performance der unbekannten Mia Wasikowska als Alice und die fantastischen Synchronsprecher sind die wenigen Höhepunkte des Films. Auch die Effekte darf man loben, die CGI ist nahtlos in die realgefilmten Szenen eingebaut, wobei besonders die Cheshire Cat sehr gut gelungen ist. Auch die anderen Tiere wirken fast alle sehr überzeugend, was nicht selbstverständlich ist, denkt man z.B. an die Narnia-Filme.
Insgesamt finde ich Alice in Wonderland als Kinderfilm zu düster und erschreckend, für erwachsene Burton-Fans einfach zu underwhelming. Schade, denn abgedrehter hätte die Vorlage ja kaum sein können.

★½☆☆☆

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The Men Who Stare at Goats

Bob Wilton (Ewan McGregor) ist ein wenig erfolgreicher Reporter, der von der großen Geschichte träumt, während er Interviews mit abgedrehten Spinnern über ihre angeblichen paranormalen Fähigkeiten führen muss. Als seine Frau (Rebecca Mader – Charlotte aus LOST) ihn für seinen einarmigen Redakteur verlässt und sein fettleibiger Kollege am Schreibtisch stirbt, fasst Bob den Entschluss, etwas an seinem Leben zu ändern und im Irak als Kriegsberichterstatter zu arbeiten. Dort trifft er zufällig Lyn Cassady (George Clooney), den er aus Erzählung eines seiner Interviewpartner kennt. An der Story, dass die US-Armee vorhatte, in den späten 70ern eine Truppe mit parapsychologischen Fähigkeiten ins Leben zu rufen, scheint also doch was dran zu sein. Bob glaubt nicht an die Fähigkeiten, aber die Geschichte verspricht interessant zu sein und so begleitet er Lyn auf dessen geheime Mission, deren Ziel ihm in einer Vision erschienen sein soll. Während der Fahrt erzählt er die (teilweise wahre) Geschichte der New Earth Army, die – gegründet von Bill Django (Jeff Bridges) – alternative Methoden der friedlichen Kriegsführung erprobt hatte, deren Mitglieder durch Wände gehen oder unsichtbar werden konnten und jede vermisste Person auf der Welt finden konnten. Jedis nannten sie sich und Lyn war der beste von ihnen, was seinem Konkurrenten Larry Hooper (Kevin Spacey) gar nicht gefiel. Kurzerhand sorgte der für die Auflösung der New Earth Army. Während Lyn erzählt und seine Fähigkeiten im Zerstören von Wolken durch Gedankenkraft vorführt, fahren die beiden gegen einen Stein und sind in der irakischen Wüste gestrandet. Über einige Umwege stoßen sie auf ein Camp, in dem Hooper selber mit Ziegen und Gefangenen verschiedene alternative Methoden erprobt, der völlig kaputte Django arbeitet mittlerweile für seinen alten Schüler.
Lyn, der seit jeher mit der Schuld zu kämpfen hat, damals eine Ziege durch Anstarren getötet zu haben, weiß nun endlich, was seine Mission ist: die Einrichtung zerstören, Menschen und Ziegen zu befreien und Bob dies alles erzählt und gezeigt zu haben, damit dieser darüber berichten kann.

The Men Who Stare at Goats
ist eine witzige Komödie mit erstaunlicherweise sehr realem Hintergrund. Der Film beruht auf dem gleichnamigen Buch des Autors Jon Ronson und erzählt die Geschichte aus dessen Sicht, wobei Ewan McGregor eben Ronsons Rolle spielt. Dieser einzige echte Jedi in dem Film schafft aber leider, was den Mitgliedern der New Earth Army verwehrt bleibt, obwohl sie es versuchen: Ewan McGregor ist zwar fast in jeder Szene auf der Leinwand zu sehen, scheint aber oft unsichtbar zu sein. Schade. The Men Who Stare at Goats steht und fällt ausschließlich mit der Performance Clooneys, die an O Brother, Where Art Thou? oder Three Kings erinnert. Jeff Bridges liefert mal wieder einen fantastischen Hippie ab und spielt quasi wieder den Dude aus Big Lebowski. Kevin Spacey ist, naja, Kevin Spacey.
Alles in allem ein sehr, sehr lustiger Film, der zu Unrecht viel zu schlechte Bewertungen bekommen hat.

The Men Who Stare at Goats läuft ab dem 04. März in deutschen Kinos.

★★★★☆

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Wait, I’m shooting at Nazis? That’s not how I remember it.

The Simpsons, Season 21, Episode 11: Million Dollar Maybe

Blackboard Joke: -
Couch Gag: Homer startet die Couchgag-App auf seinem iPhone myPhone und fügt die Familienmitglieder der Couch hinzu. Burns ruft an und er verschluckt das iPhone.
Billboard Gag: -

Homer und Marge wollen ein Duett bei der Hochzeit ihres Cousins singen, doch Homer, der versprochen hatte, pünktlich zu sein, kauft auf dem Weg ein Lotterielos und Marge muss alleine singen. Er hat einen Unfall und wacht im Krankenhaus auf, weshalb Marge ihm natürlich nicht böse sein kann. Doch er hat eine Million im Lotto gewonnen und kann es nun niemandem sagen, da Marge sonst wüsste, wo er war, als sie auf ihn wartete.

Währenddessen hat Lisa mal wieder ihre Phase, in der sie sich um Grampa kümmert. Entsetzt stellt sie fest, dass die Alten im Heim den ganzen Tag auf ein Störbild im TV gucken, weil der Empfänger kaputt ist. Sie fährt in den Elektronikmarkt, um einen neuen zu kaufen, sieht dort aber, wie viel Spaß Burns mit der Funtendo Zii hat (erst spielt er Golf und dann tötet er mit der ZiiZap jede Menge Nazis).

Die Senioren haben jede Menge Spaß mit ihrer Videospielkonsole, was die Pfleger gar nicht gerne sehen. Homer indessen beschenkt die Familie heimlich, damit niemand herausfindet, dass er im Lotto gewonnen hat, das Geld versteckt er im Baumstamm. Als Bart das heraus findet, zeigt er Homer, wie man mit einem Lottogewinn richtig umgeht und erpresst ihn, damit er seine Wünsche erfüllt, z.B. ein Privatkonzert von Coldplay (keine Ahnung, warum sich das irgendwer wünschen sollte). Homer entschließt sich, Marge alles zu erzählen, um sich nicht länger von seinem Sohn erpressen zu lassen. Entgegen allen Erwartungen ist sie nicht böse und freut sich sogar, Homer hat nur leider mittlerweile sämtliches Geld ausgegeben.

Bis auf den Auftritt von Coldplay war das mal wieder eine recht gute Folge, besonders Burns beim Spielen mit der Wii war echt lustig. In der nächsten Folge sind die Simpsons in Kanada bei den olympischen Winterspielen. Da Amis immer gerne Witze auf Kosten über ihrer Nachbarn im kühlen Norden machen, wird das sicher auch amüsant.

The Simpsons TM & © 2010 Twentieth Century Fox Film Corporation. All Rights Reserved.

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A Serious Man


A Serious Man, das neuste Werk der Coen-Brüder versetzt uns ins Minnesota der 60er. Zuvor eigentlich noch ins Polen des 19. Jahrhunderts, aber das hat mit der Handlung nichts zu tun.
Da endet vermutlich auch schon der biographische Bezug zu den Coens; Minnesota, 60er, jüdische Siedlung.
Larry Gopnik, ein Mathematik Professor, versucht stets, ein guter Vater, Ehemann und Bruder zu sein. Doch irgendwie gelingt ihm nichts davon. Seine Frau verlangt eine rituelle jüdische Auflösung der Ehe, seine Kinde bestehlen ihn und brauchen ihn eigentlich nur, um die Radioantenne richtig einzustellen. Und sein Bruder (Richard Kind – Scrubs, Spin City/Chaos City) der bei der Familie auf der Couch schläft, gerät mit dem Gesetz in Konflikt und wird mehr und mer zu einer Last für alle.
Das einzige freudige Ereignis ist die bevorstehende Bar Mitzwa von Larrys zwölfjährigem Sohn Danny, der aber lieber kifft und böse Musik (i.e. Jefferson Airplane) hört, anstatt sich auf das Vorsingen der Tora vor der Gemeinde vorzubereiten. Und vielleicht die mögliche Verbeamtung Larrys (dank Friends wusste ich auch, was “tenure” bedeutet), die dank difamierender Briefe und Bestechungsversuchen von Studenten aber auf der Kippe steht.
Larry pendelt zwischen Job, Familie (oder was davon übrig ist), Anwälten und mehreren Rabbis, die er um Rat bittet.
Der erste (Simon Helberg, bekannt als Wolowitz von The Big Bang Theory) ist nur ein Aushilfsrabbi, der nicht viel zu sagen hat, außer auf das Wunder des Parkplatzes vor der Tür hinzuweisen. Der nächste (George Wyner – Days of Our Lives) erzählt die Geschichte eines Zahnarztes, der hebräische Zeichen in den Zähnen eines Patienten gefunden hat, was für Larry in etwa so viel Sinn ergibt, wie der ganze Film für mich.

Rabbi Nachtner: We can’t know everything.
Larry Gopnik: It sounds like you don’t know anything! Why even tell me the story?

Der einzige Rabbi, der ihm helfen könnte, ist schon alt und macht lässt niemanden mehr zu sich, außer Jungen, die gerade ihre Bar Mitzwa hinter sich gebracht haben, um ihnen zu gratulieren. Ironischerweise darf Danny also zu ihm, sein Vater bekommt keinen Termin und ist weiter auf sich allein gestellt.
Die Probleme häufen sich, doch statt diese irgendwie aufzulösen, beenden die Coens abrupt den Film und lassen den Zuschauer mit fragenden Blicken im Kino zurück. So wie Larry sich bei der Geschichte mit dem hebräischen Hilferuf, eingemeißelt in die Zähne eines Nichtjuden, für ihn nur die Frage aufwarf: “Was will der mir damit sagen?”, fühlt man sich auch bei A Serious Man. Was wollen die Coens uns damit sagen? Gut, es braucht nicht jeder Film eine Aussage und scheinbar ging es den Coens nur darum, das Leben der Juden im Minnesota der 60er darzustellen, um uns ein bisschen zu erklären, warum sie selbst so abgedrehte Filme machen. Vielleicht ist Joel Coen ja der ständig kiffende Danny Gopnik? Wer weiß.
Wenn ich auch mit der Handlung nicht viel anfangen konnte, muss ich doch sagen, dass es die eine oder andere witzige Stelle gab, nicht zuletzt auch durch die vielen jiddischen Begriffe, die man als Zuschauer erraten darf, weil sie auch nicht im Untertitel übersetzt werden. A Serious Man eignet sich vermutlich nur für Fans der Coens.

★★☆☆☆

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The Visitor


The Visitor heißt auf Deutsch “Ein Sommer in New York”. Der Name erklärt vielleicht, warum der Film statt dem erhofften “New York, I love You” geliefert wurde, bzw. die falsche Rolle in der Box war. Naja, ist ja eigentlich auch der Sinn der Sneak, Filme zu sehen, die man normalerweise eher verpasst hätte.
Ein Sommer in New York (was für ein selten dämlicher Titel) ist eigentlich schon von 2007, läuft aber bei uns erst diese Woche an. Der Film erzählt die Geschichte des Uni-Professors Walter, der nie über den Tod seiner Frau hinweggekommen ist und eigentlich nur vor sich hin vegetiert. Verzweifelt versucht er, Klavier zu lernen, um wenigstens so seiner verstorbenen Frau, der Klavierspielerin, nahe zu sein, doch vergebens. Eine Konferenz zwingt ihn, nach New York zu fahren, wo er auch noch ein Appartement hat. Überrascht stellt er fest, dass Tarek und Zainab ebenfalls glauben, dort wohnen zu dürfen. Irgendwer hat ihnen die vermeintlich leer stehende Wohnung vermietet. Walter lässt die beiden bei sich wohnen und schließt schnell Freundschaft mit dem Musiker Tarek, lässt sich von ihm sogar im Spielen der Djembe unterrichten. Als die Polizei den jungen Araber in der Metro aufgreift, ahnt Zainab schon Schlimmes. Die beiden sind illegal in den USA und leben ständig in der Furcht, abgeschoben zu werden. Tarek wird in ein Detention Center gesperrt und Walter versucht mit Tareks Mutter, Zainab und einem Anwalt alles, um ihn vor der Abschiebung zu retten.
Letztendlich war die Mühe umsonst und selbst Tareks Mutter, zu der Walter Gefühle entwickelt hatte, verschwindet wieder aus dessen Leben und lässt ihn alleine wie zuvor in den USA zurück.
Walter nimmt Tareks Djembe und trommelt in der Metro vor sich hin, wie Tarek es immer geplant hatte.

The Visitor ist ein ruhiger ruhiger Film über die Liebe und das post-9/11 New York. Richard Jenkins (Burn After Reading, I heart Huckabees, Operation: Kingdom) spielt den depressiven Professor ohne jede Freude am Leben, als wäre die Rolle nur für ihn geschrieben. Ihm beim musizieren im Central Park zuszusehen, zu sehen, wie er den Spaß am Leben wieder entdeckt, macht einfach Freude. Man merkt diesem stillen Film auch fast nicht die 103 Minuten an, an einigen Stellen zieht es sich ein bisschen, trotzdem ein sehr schöner, ruhiger Film. Muss man in der Stimmung zu sein aber wenn man sich drauf einlässt, wirklich schön.
Regisseur/Drehbuchautor Thomas McCarthy hat auch das Drehbuch zu Pixar’s UP geschrieben, dem ja in den Grundzügen eine ähnliche Geschichte zugrunde liegt.

★★★★☆

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