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Ist Captain Obvious ein Steuersünder?

Ich staunte nicht schlecht, als ich einen Brief vom Hauptzollamt in der Post hatte und hielt diesen auch erst für ein Fake.
“Einleitung eines Steuerstrafverfahrens” hieß es da. Wenn man sowas liest, erhöht das immer ein bisschen den Puls und man fragt sich, was man denn schlimmes getan haben soll, bin ja eigentlich die Unschuld in Person.
Als Erklärung steht da, ich solle im März 2006 (!) einen MP3-Player über eBay gekauft haben, für den ich die EInfuhrabgaben nicht richtig festgesetzt haben soll. Der Betrag, um den es hier geht, sind die Zollgebühren von einem Elektroartikel im Wert von 35 Euro. Ich hab mich ein bisschen schlau gemacht und herausgefunden, dass das keine 10 Euro sind.
Ein bisschen googlen ergab, dass es vor ein paar Jahren schon mal eine riesige Aktion gab, bei der eBay-Mitglieder, die Kaffee bei einem Händler gekauft haben, der diesen aus den Niederlanden verschickt hat. Einer der Beschuldigten war der Toms Hardware Guide-Redakteur (hier der ganze Bericht) Siegfried Moersch, durch den die ganze Sache dann im Netz (und auch im TV) sehr aufgebauscht wurde.

Nun habe ich überhaupt kein Problem damit, den fälligen Betrag nachzuzahlen, das Problem ist nur, dass ich da ein Schuldeingeständnis abgeben soll, was mir schwer fällt, da ich von 2006 keine Rechnungen mehr habe, ich in meinem eBay-Account Transaktionen von 2006 nicht einsehen kann und weder ich eine Bewertung von dem Verkäufer, um den es geht, habe, noch er eine von mir. Hinzu kommt noch, dass in dessen 32.000 Bewertungen (alle im Zeitraum März bis Mail 2006) zahlreiche Leute schreiben, sie hätten den entsprechenden MP3-Player beim Zoll abholen müssen, mussten aber nichts nachzahlen (ein paar berichten in ihren negativen Bewertungen auch über Nachzahlungen von bis zu 10 Euro). Zudem steht in dem Schreiben auch nicht mein Mitgliedsname bei eBay, auch nicht das Kaufdatum, nur das Einstelldatum der Auktion. Und wegen eines fehlenden Backups habe ich vor Juni 2006 auch keine Mails mehr in meinem Postfach für die Mail-Adresse, die ich speziell für eBay nutze.

Dem Schreiben liegt noch ein Zettel mit “Angaben zur Person” bei. Die kennen die zwar schon, sind ja nur Name, Adresse, etc., aber wenn ich das nicht zurückschicke, wird eine Geldstrafe bis zu 1000 Euro fällig.
Darunter ein Feld, wo ich ankreuzen (!) soll, ob ich mich schuldig bekenne oder nicht. Finde ich ein bisschen gefährlich, ich würde es ja zugeben, wenn ich es selbst irgendwie nachvollziehen könnte. Ich will aber auch nicht einfach irgendein Vergehen gestehen, dass ich vielleicht gar nicht begangen habe. Und selbst wenn ich bei dem Händler (der übrigens einen deutschen Mitliedsnamen hat) was gekauft haben soll, kann doch weder ich noch der Zoll heute noch nachprüfen, von wo der Artikel verschickt wurde, oder etwa doch? Denn darum geht es doch letztendlich.
Ich werde bei dem angegebenen Sachverständigen am Montag mal anrufen und um Aufklärung, bzw. um einen Rat, wie ich weiter vorzugehen habe, bitten. Kann man also auch nichts mehr im Internet kaufen, die einzige Möglichkeit, das legal zu machen, sieht wohl so aus, dass ich nach dem Empfang des Paketes zum Zoll fahre, lieb nachfrage, ob ich was zahlen muss, und dann wieder gehe. Ich war ein mal hier beim Zoll, das sind 1,5 Stunden Fahrt. Ich ging bis jetzt immer davon aus, dass es die Pflicht des Zolls sei, Pakete zu überprüfen, und ein Paket nur bei mir im Briefkasten landet, falls alles in Ordnung war, aber so läuft das in Deutschland leider nicht. Egal, Käufe bei eBay lohnen sich mittlerweile eh kaum noch, lass ich es halt sein.

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The Smashing Book

Heute durfte ich meine Ausgabe des The Smashing Book in den Händen halten und ich muss sagen, schon die Verpackung ist ein kleines Kunstwerk.
Bis jetzt habe ich nur durchgeblättert, für eifrige Leser des Smashing Magazine gibt es im Buch nicht viel neues zu entdecken, wenn auch schöner aufbereitet. Bin eh doch eher ganz oldschool pro Print, wenn es dartum geht, etwas nachzuschlagen oder unterwegs ein bisschen zu blättern.

Am spannendsten finde ich bis jetzt das Schlusswort, in dem man erfährt, wie Sven und Vitaly mit einer kleinen spontanen Idee 2006 zu einem der weltweit bekanntesten Dersignblogs unserer Zeit geworden sind und (nicht erst) mittlerweile vom Dasein als Blogger leben können. Interessant auch die Tatsache, dass das eigentliche Schreiben bei so einem riesen Projekt nicht mal den größten Teil des Arbeitstages einnimmt, vor allem die Qualitätssicherung der Texte und die Kommunikation mit Gastautoren bzw. Beantwortung von diversen Mailanfragen sind schon extrem zeitfressend. Kenne ich ja selbst schon ein bisschen von Zockwork Orange :-)

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Das Ende von Fall Out Boy?

Fall Out Boy, eine meiner absoluten Lieblingsbands, ist nicht mehr. Es gab noch kein offizielles Statement, aber das braucht man im Internetzeitalter auch nicht mehr, es gibt ja Blogs und Twitter.

Pete Wentz schrieb auf Twitter: man. dont you get it? a hiatus is forever until you get lonely or old. i dont plan on either.

dann: cant imagine playing in fob again. something would have to change in my head or my heart- not my wallet. itd have to be real

Sänger Patrick Stump arbeitet sowieso an seiner Solo-Karriere. Drummer Andy Hurley soll “I quit too” getwittert haben, den Tweet hat er aber anscheinend gelöscht. (Nein, er ist nicht auf seinem offiziellen Twitter-Account, aber auf einem anderen mit gleichem Namen.)

Pete Wentz schreibt in seinem Blog:

i dont know the future of fall out boy. its embarrassing to say one thing and then have the future dictate another. as far as i know fall out boy is on break. (no one wants to say the “h” word). as much as i dont have a solo project, i also cant predict that id ever play in fall out boy again.

Alles sehr traurig, Fall Out Boy war so ziemlich die einzige Band, bei der ich mich als Fan bezeichnen würde.

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Who wants flowers when you’re dead? Nobody

Gestern ist J.D. Salinger verstorben, meiner Meinung nach ein ganz großer, der, wenn er auch nur sehr wenig veröffentlicht hat, starken Einfluss, nicht nur auf die Literatur, hatte.
Catcher in the Rye müsste ich eigentlich direkt wieder lesen.

Gin a body meet a body
Comin thro the rye,
Gin a body kiss a body,
Need a body cry?

- Robert Burns

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99 Euro für eine Subdomain

Einige Blogger haben in den letzten Tagen Post mit der Überschrift “rechtliche Klärung”von einem dubiosen Anbieter bekommen, der behauptet, URLs mit der Domain “co.de” zu vergeben. Leider ist co.de keine Top Level Domain und wird es auch nie werden.
Top Level Domains sind Domains wie .de, .com, .org oder eben auch .co.uk. Aber nur weil es co.uk gibt, heißt das noch lange nicht, dass jede zweistellige Domain (die man ja seit kurzem kaufen kann) eine Top Level Domain ist (eigtl. ist ja co.uk auch keine richtige).
Was man euch andrehen möchte ist eine simple Subdomain, so wie ich hier abzocker.captain-obvious.de einrichten könnte, bekommt ihr dann eine euredomain.co.de. Das ist keinen Cent wert und 99 Euro erst recht nicht.
Dass co.de keine Top Level Domain ist, sondern es sich einfach nur eine URL mit der Endung .de handelt, zeigt der Anbieter dummerweise selbst, in dem sie ihren Webinhalt auf www.co.de gepackt haben.
So wie man mit www.co.uk oder www.de (na gut, der Browser leitet das auf www.www.de weiter) keine Seite erreichen kann (da dies TLDs sind), könnte man auch mit www.co.de keine Seite finden, wäre dies eben eine angepriesene tatsächliche Domainendung.

Fakt ist: es läuft keine Vorvergabe für co.de Domains, es gibt keine co.de Domains, ihr erwerbt eine simple Subdomain auf einer ganz normalen Webseite und es wird niemals .co.de TLDs geben.

.co.uk ist eine Ausnahme, da in Großbritannien spezielle Second Level Domains vergeben werden, .co.uk dient dabei als Endung für kommerzielle Seiten, bei deutschen Domains gibt es das nicht (bei wenigen anderen schon, z.B. co.nl in den Niederlanden). Das was co.de anbietet, ist das gleiche, was man mit de.vu o.ä. erwerben kann: einfach nur eine Subdomain, wie sie jeder Domaininhaber zu hunderten vergeben kann, simple Weiterleitungen, für die niemand Geld bezahlen sollte. Ich könnte euch auch eure Domains auf captain-obvious.de verkaufen, ebay.captain-obvious.de zum Beispiel.

Dutzende, wenn nicht hunderte Blogger, haben in den letzten Tagen Spam dieser Art bekommen.

heise.de schreibt zu der Abzocke:

DomainProfi hat bei der kürzlich von der DeNIC eG gestarteten Vergabe der Kurzdomains über ein Dutzend zweistellige .de-Domains ergattert. Die jetzt Angeschriebenen seien übrigens handverlesen, versicherte Steinkamp gegenüber heise online. Websearch will sich nicht der DeNIC-Whois-Datenbank bedient haben.

Auf basicthinking könnt ihr nachlesen, was ein Anwalt und die DENIC (Vergabestelle für Domains) dazu sagt.

Benutzt euren Kopf und fallt nicht auf solche Abzocken rein, die dank der Vergabe zweistelliger Domains in nächster Zeit sicherlich häufiger auftreten werden. Aber ich denke, gerade Blogger mit eigener Domain sind zu clever, um auf so eine Masche reinzufallen.

Wer von euch hatte denn noch alles diesen tollen Brief in der Post und wurde demzufolge von dem Anbieter “handverlesen”?

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