Blogparade: total verfilmt!
beetFreeQ fragt nach unserer Meinung zu Verfilmungen, also Buch- oder Comicverfilmungen zum Beispiel.
Also oft freue ich mich, wenn etwas, was ich schon in gedruckter Form gut fand, verfilmt wird, weil ich dann ja noch mehr Möglichkeiten habe, mich damit zu befassen und das auf einer anderen Ebene erleben kann.
Trotzdem weiß ich auch, dass ich vermutlich enttäuscht werde, und halte meine Erwartungen immer niedrig. Es ist doch fast ausnahmslos so, dass man immer das besser findet, was man zuerst gesehen oder gelesen hat.
Ein Film kann fast niemals an eine Buchvorlage herankommen, ich gehe sogar so weit, zu behaupten, die Herr der Ringe-Trilogie ist für mich die einzige würdige Verfilmung eines Buches, die ich je gesehen habe. Und auch da fehlt sehr viel und es wurde einiges abgeändert. Aber die Änderungen halten sich in Grenzen und die fehlenden Stellen sind für die Geschichte unerheblich.
Die Harry Potter-Verfilmungen finde ich ebenfalls sehr gut, wobei leider bei den neueren Teilen immer weniger vom Stoff des Buches verfilmt wurde.
Ich glaube, wenn man ein Buch wirklich gut fand, kann man den Film dazu nicht mehr genießen. So geht es mir auf jeden Fall immer.
Bei Comics genau so.
Wanted kann man nicht anders als eine Vergewaltigung der Vorlage bezeichnen.
Und Narnia – auch wenn die Vorlagen schon mies sind – wird in den Filme einzig auf die Kämpfe reduziert, die in den Büchern absolut nebensächlich sind.
Als nächstes kommt Wil Eisners The Spirit in die Kinos, was auch mehr wie Sin City 2 als wie The Spirit aussieht.
Von der kommenden Verfilmung der Dragonball-Mangas möchte ich lieber gar nicht erst anfangen.
Positiv kann ich sagen, dass ich durch Verfilmungen oft erst von der Vorlage erfahren habe und mich dann nachträglich damit befasst habe. Oft besorge ich mir auch das Buch oder den Comic zu einer kommenden Verfilmung sobald ich davon erfahre, um es vorher gelesen zu haben.
So war es bei Narnia, beim goldenen Kompass und auch bei Wanted.
Und auch wenn das fast keiner kennt, weil es nicht im Kino war: die Verfilmungen der Terry Pratchett Bücher sind wirklich fantastisch gelungen und es ist eine Schande, dass man die nicht im Kino bewundern durfte. Und das sage ich als Fan, der sämtliche Scheibenwelt Romane besitzt.
Hoffentlich folgen noch viele weitere!
Die Blogparade geht noch bis zu den Oscarverleihungen (die ich – als selbsternannter Cineast – noch nie gesehen habe und mir auch dieses Mal nicht ansehen werde) am 22. Februar.
Mehr Infos dazu auf freeqnet
Einfach nie vergessen, dass ein Buch nie ein Film ist und umgekehrt. Direkte Vergleiche sind beliebt, aber selten fruchtbar. Vor allem nicht mit dem Schema besser/schlechter. Passend dazu die Bemerkung einer Ziege, die eine Rolle Film frisst: «Das Buch mochte ich besser.»
Übrigens: Vorsicht mit dem Begriff Cineast. Ich würde nicht mal mich selbst als Cineasten bezeichnen. Die Definition in der Wikipedia ist auch eher schwammig, aber folgender Satz ist sicher zentral:
«Cineasten bevorzugen häufig künstlerisch anspruchsvolle Filme sowie Filme abseits des Mainstreams oder filmgeschichtlich relevante Werke.»
Ich hab mir die Definition nie durchgelesen, für mich ist ein Cineast jemand, der gerne Filme guckt
Und dass man Filme nicht direkt mit Büchern vergleichen kann, ist mir klar aber wenn ich ein Buch gelesen habe und dann den Film gucke tut es mir trotzdem jedes Mal fast körperlich weh, wenn eine Stelle, die mir im Buch wichtig war, verunstaltet oder entfernt wurde.
Das ist vielleicht nicht rational aber an dem Empfinden kann ich nichts ändern.
Dass ich nicht der Typ für künstlerisch anspruchsvolle Filme bin, weißt Du ja sicherlich
Leo übersetzt das englische “Cineaste” übrigens mit “Kinoliebhaber”, aber wir wollen ja nicht kleinlich werden.
Ich habe mir auf alle Fälle vorgenommen, demnächst einmal etwas über die «Invasion der Cineasten» zu schreiben. Es gibt schliesslich verschiedene Arten der Liebe und Liebhaberei. Die inflationäre Verwendung eines Begriffs löst bei mir offensichtlich eine ähnliche Reaktion aus wie bei dir die «Verunstaltung» eines Buchs.
Danke für’s Mitmachen! Ich kann mich ja meistens doch mit Verfilmungen anfreunden, auch wenn ich das Buch kenne und liebe – sie müssen nur mit Respekt und Liebe zur Vorlage gemacht sein. Dabei kann ruhig mal einiges anders interpretiert werden, als das Buch es tut – das ist gerade das Spannende daran, wie ich finde.
da hätte ich gern mit gemacht =) aber da kannte ich Beety noch nich^^ Vllt mach ich trotzdem mal nen blog post darüber.