Short Story Collab #13: Rollkragenpullover

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SSC / Writing
Pullover

Ich muss sagen, ich bin momentan nicht mit mir zufrieden. Mit dem “Autor”-mir zumindest nicht. Das Shortstory Collab fühlt sich mehr und mehr wie unliebsame Hausarbeiten an und auch wenn ich dadurch regelmäßiger schreibe, echtes Schreiben entsteht dadurch auch nur vielleicht 2-3 Tage im Monat. Schreiben muss zur Gewohnheit werden, wieso klappt das bei mir nicht? 2015 haben ich einige Gewohnheiten eingeführt; problemlos. Ich hab zwar immer Sport gemacht, momentan mache ich allerdings ein Programm, das “90 Days of Action” heißt und ich habe so gut wie noch keinen Tag dieses Jahr ausgelassen. Nebenbei noch Klimmzüge mit der runtastic Pullups-App. Und bouldern. Wöchentlich. Ich lerne täglich Italienisch auf Duolingo, hab keinen einzigen Tag dieses Jahr gefaulenzt. Alles kein Ding. Was ein Ding ist, ist schreiben. Die Themen hier begleiten mich täglich, das ist wahr, aber zu leicht gebe ich in Gedanken auf, verschiebe es auf später. Meistens sind da bei mir nur ein paar Minuten drin, bis ich mich anderen Dingen zuwende. Rollkragenpullover, pff, wer soll denn darüber eine Geschichte schreiben? Aber das ist eine Ausrede, man kann über alles eine Geschichte schreiben, man muss sich nur was einfallen lassen. Angefangen habe ich diesen Artikel hier, um einfach was zu schreiben. Wie sagte schon Charles Bukowski so schön: “writing about a writer’s block is better than not writing at all”.

Ich werde ab jetzt versuchen, täglich zu schreiben, am besten 1000 Wörter. Wahrscheinlich werde ich das privat machen, außer irgendwer hat Lust auf eine Challenge. Aber genug drum herum geredet, hier soll es schließlich um Rollkragenpullover gehen. Die verfluchten, hässlichen Dinger.

Es war einmal ein Rollkragenpullover… Spaß beiseite, los gehts!

Thema für März : #12: “Rakete” (1. – 31. März) (Wurde in der Facebook-Gruppe abgestimmt)

Februarbeiträge (Rollkragenpullover):
Bianca
Filmschrott

Was ist das überhaupt?
Alle bisherigen Beiträge.

Nach 12.000 Versuchen und endlosem Starren auf den Monitor, gebe ich das Thema vorerst auf, die Zeit für das nächste ist ja auch schon halb rum. Sorry.

*Bevor sich jemand beschwert: Das auf dem Foto ist kein Rollkragenpullover, sowas besitze ich leider nicht.

Short Story Collab #12: Neuanfang

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SSC / Writing
matcha_latte

Thema für Februar : #12: “Rollkragenpullover” (1. – 30. Februar) (Wurde in der Facebook-Gruppe abgestimmt)

Dezemberbeiträge (Neuanfang):

Was ist das überhaupt?
Alle bisherigen Beiträge.

Ich hab den Eindruck, mich zu wiederholen. Es ist nicht so, dass mir die Ideen ausgingen, ich hatte auch hier ein halbes Dutzend Ansätze. Aber irgendwie schiebe ich die zur Seite, weil ich sie zu umständlich finde und gehe dann zu dem zurück, was mir vertraut ist. So wirkt es zumindest. Bin wie immer nicht so schrecklich zufrieden, aber die Geschichte ist jetzt zwei Wochen überfällig und muss endlich raus. Also:

Mein Beitrag zum Dezember-Thema “Neuanfang”:

Es war ein Tag wie jeder andere, als Jonathan beschloss, sein Leben, wie er es bisher führte, zu ändern. Es gab kein einschneidendes Erlebnis, kein Schicksalsschlag, nichts dergleichen. An einem Tag war noch alles in Ordnung gewesen und am nächsten hatte er sein Leben nicht mehr ertragen können. Vielleicht hatte er nur nie darüber nachgedacht, wahrscheinlich war es eine schleichende Entwicklung gewesen – für ihn selbst kam es überraschend. Sein gesamtes bisheriges Leben schien ihm sinnlos geworden zu sein, verschwendet. Was hatte er vorzuweisen? Keine Familie, keine Kinder, er hatte nichts wirklich wichtiges mit seinem Leben angestellt, nichts erfunden, entdeckt oder erschaffen. Nicht mal einen Baum gepflanzt. Er hatte Geld, er hatte Erfolg, viele würden ohne zu zögern mit ihm tauschen, seine Freunde würden ihn für verrückt erklären, würde er ihnen erzählen, was ihn seit einigen Tagen beschäftigte. Er sollte glücklich sein. Er hatte alles, was er als junger Mann alles haben wollte. Erfolg. Geld. Karriere. Protzige Karren, gleich zwei davon. Ein Haus mit Pool. Doch was machte man, wenn man seine Ziele erreicht hatte? Oder merkte, dass die Ziele eigentlich ziemlich banal gewesen waren? Die Antwort auf beide Fragen waren so klar für ihn, als stünden sie in großen Leuchtbuchstaben direkt vor ihm geschrieben:
„Neu anfangen! Neue Herausforderungen suchen!“
„Midlife Crisis“ nannten seine Freunde das spöttelnd, als er anfing, sich neue Hobbies zu suchen, neues zu erleben. Yoga, Klettern, Downhill, Bungee, Abenteuerurlaub… nichts von dem füllte die Leere, die er in sich spürte, oder wenn, dann nur kurzfristig. Auf jedes Wochenende voller Action, an dem er sich lebendig gefühlt hatte, folgte der Montag wie ein heftiger Entzug, stürzte ihn Woche um Woche in ein tieferes Loch. Er wusste nicht, wie lange er noch die Fassade eines funktionierenden Zahnrads der erfolgsorientierten Leistungsgesellschaft aufrecht erhalten konnte. Manchmal saß er stundenlang im Büro und tagträumte davon, einfach abzuhauen. Eine vertraute Stimme holte ihn in die Realität zurück.
„Jonathan?“
„Äh, ja, was denn, Peter?“
„Ob du alles für den 16-Uhr-Termin morgen vorbereitet hast?“
Jonathan schaute sich um, er saß in seinem Büro, aber so richtig anwesend schien er den ganzen Tag noch nicht gewesen zu sein, nicht mal sein Rechner war hochgefahren, wie ein schneller Blick auf den Monitor bestätigte. Das konnte Peter, der in der Türe stand, zum Glück nicht sehen.
„Klar, du weißt doch, dass du dich auf mich verlassen kannst.“
„Schon“, begann sein alter Freund. „Nur – keine Ahnung – du wirkst in letzter Zeit ein bisschen abwesend. Ist ja auch vollkommen okay, du powerst hier Tag und Nacht durch, da hat jeder mal nen Hänger. Sag halt einfach Bescheid, ist ja kein Drama, dann kann ich den Termin übernehmen.“
„Danke Pete, aber ist alles okay, wirklich. Nichts, was ein paar Energy Drinks nicht richten könnten.“ Read More

BuchSaiten Blogparade zum Jahresende 2014

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Bücher
bsbp14

2014 war ein durchschnittliches Lesejahr für mich. Ich habe bei Goodreads 43 Bücher eingetragen, mit insgesamt 10513 Seiten. 2012/2013 habe ich – George R.R. Martin sei Dank – mehr Seiten gelesen, 2012 allerdings weniger Bücher. Kein Wunder, so ein A Song of Ice and Fire-Band beschäftigt mich locker 4-6 Wochen. Mit 2014 bin ich nicht komplett zufrieden. Ich hab zwar die Bücherzahl geschafft, “echte” Romane waren da aber nicht so viele drunter, wie ich mir gewünscht hätte. Ich würde auch generell gerne mehr lesen, aber meist läuft es doch auf die U-Bahnfahrt zur Arbeit und zurück hinaus und ansonsten lese ich weniger. Leider. Vielleicht ändere ich das ja 2015.

Aber jetzt mal zur Blogparade (entdeckt übrigens bei Der Bücherblog, die Blogparade selbst findet ihr hier)

Welches war das Buch in diesem Jahr, von dem ich mir wenig versprochen habe, das mich dann aber positiv überrascht hat? (und Begründung)
rowling_cuckoos_calling
The Cuckoo’s Calling von Robert Galbraith aka. JK Rowling. Ich mag eigentlich keine Krimis und auch wenn das Buch stark klischeebeladen und die Fälle sehr konstruiert waren, mochte ich diesen Roman, genau wie den Nachfolger, den ich ebenfalls 2014 gelesen habe.

Welches war das Buch in diesem Jahr, von dem ich mir viel versprochen habe, das mich dann aber negativ überrascht hat? (und Begründung)
doug_dorst_s
Vermutlich S. bzw. Ship of Theseus von Doug Dorst & JJ Abrams. Die Aufmachung und die Idee waren so super, dass ich das Buch blind gekauft habe, ohne irgendetwas darüber zu wissen. Die Stories fand ich letztendlich nicht fesselnd genug, dass ich lange durchgehalten habe. Da es zwei Geschichten in einer sind (einmal das Buch und dann eine Meta-Geschichte zweier Personen, die sich das Buch immer wieder ausleihen und über Notizen an den Rändern des Buches miteinander kommunizieren), ist es nicht leicht, zu lesen und man wird durch die Zusatzinfos, Zeitungsartikel, Postkarten und so weiter immer wieder aus dem Lesefluss gerissen. S. macht sich dennoch hervorragend im Regal und ich werde das dieses Jahr erneut versuchen, auch wenn man das leider schlecht in der Bahn lesen kann.

Welches war eure persönliche Autoren-Neuentdeckung in diesem Jahr und warum?
ian_doescher_star_wars
Möglicherweise Ian Doescher. Seine Shakespeare’s Star Wars-Trilogie habe ich innerhalb kürzester Zeit verschlungen und hoffe nun inständig auf neues Material. Sehr, sehr lustig geschrieben, davon darf es ruhig mehr geben.

Welches war euer Lieblings-Cover in diesem Jahr und warum?
night_circus
The Night Circus. In der Mayerschen gesehen und direkt ins Cover verliebt, gekauft und nicht enttäuscht gewesen.

Welches Buch wollt ihr unbedingt in 2015 lesen und warum?
Ernest_Cline_Armada
Das ist eine gute Frage. Normalerweise lasse ich mich von Büchern überraschen und plane nicht, bestimmte Bücher zu lesen. Dazu müsste ich jetzt schauen, was 2015 alles erscheint. Ich hab durch den Artikel auf Der Bücherblog von einem neuen Roman Ernest Clines (Ready Player One) erfahren und das würde ich auf jeden Fall lesen wollen. Falls was neues von Terry Pratchett kommt, dann das natürlich auch. Und der dritte Cormoran-Strike-Roman kommt ja sicher auch dieses Jahr.

Short Story Collab #11: Familie

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SSC / Writing

Thema für Dezember : #11: “Neuanfang” (1. – 31. Januar) (Wurde in der Facebook-Gruppe abgestimmt)

Dezemberbeiträge (Familie):

– Über Weihnachten waren alle faul, so wie ich. Meiner wird noch nachgereicht, bin hoffentlich nicht der Einzige.

Was ist das überhaupt?
Alle bisherigen Beiträge.

Mein Beitrag zum Dezember-Thema “Familie”:
(Nachtrag: ich hab alles vorgeschrieben, dann aber doch in WordPress noch Änderungen gemacht, die WordPress dann meinte, löschen zu müssen. Also liebe Kinder: schreibt immer in einem anderem Programm und speichert oft!)

“Ich entschuldige mich jetzt schon mal für meine Eltern“
Craig sah ernsthaft mitleidig aus, als er kurz vor der Haustüre seiner Eltern inne hielt, um Tricia zum nun 17 Mal an diesem Tag zu sagen, wie ungerne er sie seinen Erzeugern aussetzte und, dass es nur für diesen einen Abend sei, es sei schließlich Weihnachten und da müsse man ja…
Tricia fand, Craig würde maßlos übertreiben. Jedem ist doch manchmal die eigene Familie peinlich und man hat immer Sorge, wenn man seinen neuen Partner den Eltern vorstellt und dann gleich zur Weihnachtszeit, alle auf einmal. Tricia schob Craigs Verhalten auf die übliche Nervosität, doch nachdem sie während der gesamten Fahrt nach Aspen, wo das weitläufige Anwesen der Familie stand, immer wieder in sein sorgenvolles Gesicht schauen musste, war sie sich nicht mehr sicher. Während Craig noch zögernd an der Tür stand, schaute sie sich um. Den Autos zufolge, die in der Einfahrt geparkt standen, waren Craigs Geschwister auch schon da und dem Schnee nach zu urteilen auch schon ein bisschen länger. Sie mochte es nicht, sich zu verspäten.

Tricia schubste Craig leicht nach vorne. „Na los, mir wird kalt. Schlimmer als hier draußen zu erfrieren kann es drinnen auch nicht sein.“
„Wenn du wüsstest…“, seufzte Craig. „Na gut, du hast es so gewollt.“
Er klingelte und kurz darauf öffnete eine ihm unbekannte Dame die Türe. Da seine Familie immer nur über den Winter hier war, wechselten die Bediensteten saisonweise und Craig sah sie selten mehrmals. Er nickte ihr dennoch freundlich zu, wünschte ihr ein frohes Fest und gab ihr seinen Mantel, nachdem er Tricia aus dem ihrem geholfen hatte.
„Die Herrschaften haben bereits zu speisen begonnen, Sir, sie wollten nicht länger warten, sagten sie.“ teilte das Hausmädchen den beiden mit, während sie ins Hausinnere vordrangen.
Craig überprüfte seine Uhr – die Einladung sagte „6pm“, das war vor 20 Minuten. Leise grummelnd führte er Tricia zum Esszimmer. Diese versuchte, nicht allzu beeindruckt von den Ausmaßen und der Einrichtung des Hauses zu sein. Als Model war sie opulente Heime gewöhnt – Designer mochten es gerne extravagant und steckten nicht selten all ihr Geld in teure Vorzeigehäuser, in denen sie dann übertrieben große Partys feierten – sie selbst kam allerdings aus eher bescheidenen Verhältnissen und hatte selbst nie den großen Durchbruch geschafft, um sich als wirklich wohlhabend bezeichnen zu können. Mit mittlerweile 34 war der Zug auch abgefahren, das wusste sie. Das mit der Schauspielerei – ihr geplantes zweites Standbein – wollte auch nicht so recht zünden. Craig hatte sie schon vorgewarnt, dass seine Eltern sie ziemlich direkt darauf ansprechen würden. Sobald ein Partner ihrer Kinder selbst nicht sein morgendliches Frühstück mit dem goldenen Löffel gegessen hatte, vermuteten sie sofort materielle Absichten und nicht wenige seiner bisherigen Freundinnen hatten nach dem ersten Kreuzverhör genug von seinen Eltern und bald darauf auch von ihm gehabt. Tricia kam normalerweise gut bei Schwiegereltern an und machte sich keine Sorgen, doch Craig war seit Tagen nervös. Er drehte sich im Gehen zu ihr um. „Okay, sei einfach du selbst. Aber nicht zu sehr. Du weißt schon.“ Sie warf ihm eines ihrer Lächeln zu, wegen der er sich vor fünf Monaten direkt in sie verguckt hatte, als er sie das erste Mal in der Bar gesehen hatte. Tagelang war sie ihm nicht aus dem Kopf gegangen, bis er sie am folgenden Wochenende erneut in derselben Bar traf – und schnurstracks ansprach. Es stellte sich heraus, dass auch sie nicht wegen der Karaokenacht die Bar zum wiederholten Male aufsuchte. „Ich dachte schon, du sprichst mich gar nicht mehr an“, schnitt sie ihm das Wort ab, als er auf sie zu kam, um einen Stunden im Voraus zurecht gelegten Spruch aufzusagen. Damit hatte er nicht gerechnet und als sie wieder ihr Lächeln aufblitzen ließ, blieb er eine gefühlte Ewigkeit wie angewurzelt mit offenem Mund stehen, bis er – leicht peinlich berührt – seine Sprache wieder fand. Das schaffen sonst nur seine Eltern, dass er sein Selbstbewusstsein und seine Eloquenz einbüßte. Ansonsten hätte er es auch nie so weit geschafft als CEO eines Internetstartups. Er erinnerte sich noch genau an den Abend, als er seinem Vater sagte, er würde der familieneigenen Immobilienfirma den Rücken kehren, um etwas eigenes auf die Beine zu stellen. Mittlerweile lief es so gut, dass er sich auch durch Enterbungsdrohungen nicht mehr einschüchtern ließ, dennoch wünschte er sich sehnlichst nur einmal ein einziges lobendes Wort von irgendwem in seiner Familie zu bekommen. Bisher vergeblich.
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